Dietrich Bonhoeffers Theologie, sein Leben und sein gewaltsamer Tod beeindrucken bis heute. "Von guten Mächten wunderbar geborgen" sind die bekanntesten Zeilen von ihm. So beginnt das bekannteste geistliche Gedicht des 20. Jahrhunderts. Diese Worte waren das letzte Zeichen der Liebe zu seiner Braut Maria von Wedemeyer. Diese Liebe blieb ebenso Fragment wie das Leben Dietrich Bonhoeffers, das am 9. April 1945 durch einen Justizmord im Konzentrationslager Flossenbürg ein jähes Ende fand. Mit einem Gottesdienst, einer Lesung und einer Exkursion erinnert die Lebendige Erinnerungskultur an den Theologen und Widerstandskämpfer.

Am Montag, 21. September, um 19.30 Uhr gibt die Lesung "Erinnerungen an Dietrich Bonhoeffer" im Haus Contakt, Untere Realschulstraße 3, Einblick in sein Leben und Wirken. Jutta Koslowski, Autorin und Dozentin für Ökumene und christlich-jüdischen Dialog, lässt die Zuhörer Bonhoeffers Kindertage und seine späteren Jahre als Theologe und Widerstandskämpfer miterleben. Aus den Aufzeichnungen von Bonhoeffers jüngerer Schwester Susanne hat die Autorin ein Buch von hohem zeitgeschichtlichem Wert geschrieben, in dem die Szenen wie ein Film vor dem inneren Auge des Lesers ablaufen und sich ein Gefühl einstellt, bei Familie Bonhoeffer mit am Tisch zu sitzen. Das Buch endet nicht mit der Ermordung Bonhoeffers, sondern schildert auch den von tiefer Versöhnungsbereitschaft geprägten Umgang der Familie mit dem Erlebten. Karten für die Teilnahme gibt es bei der Buchhandlung Riemann, Am Markt, und an der Abendkasse.

"zeit.raum" ist das Thema des Gottesdienstes am Sonntag, 27. September, um 18 Uhr in der Johanneskirche. Beleuchtet werden die Lebensstationen Bonhoeffers, seine Entwicklung vom Verkünder des Evangeliums zum Widerstandskämpfer. Seine Gedanken und Texte werden dabei nicht nur im historischen Kontext, sondern als Aufgabe zur Übernahme von Verantwortung vor den Herausforderungen heute zur Sprache kommen.

Die Exkursion "Dietrich Bonhoeffer und das KZ Flossenbürg" am Samstag, 10. Oktober, führt an den historischen Ort der letzten Lebenstage und der Ermordung. Als am 23. April 1945 die US-Armee das KZ Flossenbürg befreite, waren Tausende vorher im Lager und auf den Todesmärschen umgekommen, Bonhoeffer war schon ermordet. Als aktiver Gegner des nationalsozialistischen Regimes galt er als zentrale Figur des kirchlichen Widerstands. Der Themenrundgang über das historische Gelände und die Ausstellung "Konzentrationslager Flossenbürg 1938 - 1945" dokumentieren die Geschichte des Konzentrationslagers, das Schicksal der Menschen, die aus ganz Europa in den Lagerkomplex verschleppt wurden, und bilden den Kontext von Bonhoeffers Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur ab. red