Ihre ungewöhnliche Reise traten die beiden Oberfranken Robert Polster und Björn Mirsberger mit ihren Motorrädern Honda Monkey beziehungsweise Gorilla Replikas an. In nur vier Tagen machten sie eine Rundreise von Dormitz nach Straßburg (Frankreich), über Zürich (Schweiz) nach Liechtenstein und über die Arlbergstraße (Österreich) zurück über Augsburg nach Nürnberg.
"Die Eindrücke, die man bekommt, wenn man mit mäßiger Geschwindigkeit fünf Länder in nur vier Tagen bereist, sind unbeschreiblich", berichtet Robert Polster.
Eine passende Route zu finden wurde durch die gekennzeichneten "Autostraßen" in Deutschland und Österreich erschwert. Auf diesen Straßen darf ähnlich einer Autobahn nur gefahren werden, wenn das Fahrzeug schneller als 60 km/h fahren kann, was hier nicht der Fall war.


Zündkerze wechseln

Die erste Etappe ging über Heilbronn nach Stollhofen an der französischen Grenze. Auf diesen ersten 300 Kilometern musste bei der Gorilla die Zündkerze und das Auslassventil gewechselt beziehungsweise nachgestellt werden. Man merkte den Maschinen die Dauerbelastung der letzten elf Stunden Fahrt mit 50 ccm und maximal 45 km/h an, zumal die schwarze Gorilla schon zehn Jahre und 2000 Kilometer auf dem Buckel hatte. Die blaue Monkey dagegen ist gerade einmal ein Jahr alt und hatte 500 Kilometer geleistet.
An der französischen Grenze angekommen kam der Schreck: Der Grenzübergang über den Rhein konnte nur als Fußgänger, maximal mit Fahrrad, überquert werden, da die Brücke saniert wird. Kurzerhand wurden das Gepäck von den Fahrzeugen geladen und die Maschinen einzeln jeweils vier Ebenen einer Gerüsttreppe hoch- und auf der anderen Rheinseite wieder hinuntergetragen. Die gesamte Aktion dauerte eineinhalb Stunden. Am Zürichsee wurde nach zwölf Stunden Reisezeit und 250 Kilometern ein Campingplatz aufgesucht.


Den Arlbergpass hoch

Es ging weiter nach Liechtenstein und über die Arlbergstraße nach Warth in Tirol. "Der Aufstieg des Arlbergpasses war einer der schwierigsten Aufgaben für die luftgekühlten Viertakter", blickt Polster zurück. Doch auch diese Prüfung wurde gemeistert, wenn auch im ersten Gang bei knapp 10 km/h.
Der Ehrgeiz der Fahrer riss nicht ab, das Tagesziel Augsburg wurde gegen 22 Uhr erreicht. Bei Landsberg am Lech ging wieder die Gorilla während der Fahrt aus. Grund hierfür war, dass sich die Bremsbeläge der Bremstrommel am Hinterrad gelöst hatten und sich so verkeilten, dass der Motor abwürgte. Kurzerhand wurde das Hinterrad demontiert und die Hinterradbremse außer Betrieb gesetzt. Den Rest der Strecke wurde nur mit der Vorderbremse gefahren, was zum häufigen Zurückschalten verleitete, damit der Fahrer die "Motorbremse"` einsetzen konnte. Der dritte Tag wurde nach 15 Stunden Fahrt und 370 Kilometern beendet. Am letzten Tag waren nur noch knapp 200 Kilometer zurückzulegen.
Der Durchschnittsverbrauch lag bei genau zwei Litern/100 Kilometer. 1200 Kilometer wurden bezwungen. Da die beiden Fahrer jetzt ihre "Mopeds" wieder auf Vordermann gebracht haben, werden sie sich jetzt wieder ihren richtigen Motorrädern widmen; einer BMW R1100 RS und einer Yamaha RD 250. Auch die wollen wieder einmal gefahren werden. red