Der Landkreis muss sparen. Das ist nicht erst finanziellen Unwägbarkeiten geschuldet, die sich aus den Folgen der Maßnahmen zum Schutz vor Corona ergeben. Vielmehr hatte schon vorher die Regierung von Oberfranken gemahnt, die Verschuldung nicht weiter steigen zu lassen. So tagte zunächst der Ältestenrat, um eine Streichliste zu erarbeiten, die wenig später vom Kreisausschuss für gut befunden und jetzt vom Kreistag beschlossen wurde.

In Summe geht es um Einsparungen in Höhe von 5,6 Millionen Euro. Auf der roten Liste landeten dabei vor allem geplante Vorhaben, mit deren Umsetzung noch nicht begonnen wurde. So sollte die Sicherheit geschaffen werden, dass der Landkreis auf Sicht finanziell handlungsfähig bleibt und sich nicht weiter verschuldet.

Wünschenswert bleiben die jetzt auf Eis gelegten Vorhaben dennoch. Sie sollen auch nicht in Vergessenheit geraten. Kämmerer Manfred Schilling konnte in Aussicht stellen, dass zumindest die eine oder andere Streichung wieder zurückgenommen werden kann, sollte sich die finanzielle Lage besser entwickeln als befürchtet.

Das Amt wächst nicht

Bei der Suche nach Einsparpotenzial machte der Ältestenrat auch vor dem Landratsamt selbst nicht Halt. Dessen lange geplante Erweiterung bleibt vorerst eine Planung. Bei der Medientechnik im Sitzungssaal wird es auch keine große Lösung geben. Vielmehr soll nur umgesetzt werden, was für einen ordentlichen Sitzungsverlauf nötig ist. Auf eine Ausstattung, die den Raum auch als Konzertsaal nutzbar machen würde, wird verzichtet. Die Kreisratsmitglieder müssen auch weiterhin mit dem gewohnten Mobiliar zufrieden sein. Ein Umbau am Präsidium soll allenfalls in einer einfachen Lösung vorgenommen werden. Lediglich die Stühle für Landrat Sebastian Straubel und die Behördenvertreter werden aufgrund ihres Zustandes erneuert.

Straßen wie die Ortsdurchfahrt von Rottenbach oder der Seßlacher Berg werden mit einer Fahrbahnerneuerung auskommen müssen, statt voll ausgebaut zu werden. Kleine Brücken, für die keine Förderung in Aussicht ist, werden nicht erneuert. Rödental und Ebersdorf werden ihren jeweils geplanten neuen Wertstoffhof erst 2022 bekommen. Auch die Hummelkreuzung in Sonnefeld ist vorerst aus der Planung für den Ausbau zurückgestellt.

Ausbau verzögert sich ohnehin

In miserablem Zustand ist die Straße von Meeder nach Kleinwalbur. Darüber herrscht im Gremium Einigkeit. Dass sie vorerst trotzdem nicht ausgebaut wird, liegt vor allem daran, dass es noch an der Zustimmung von Grundeigentümern liegt, die Flächen dafür zur Verfügung stellen sollen. Der Kreisbauausschuss wird sich noch einmal mit dem Thema befassen, wie Landrat Sebastian Straubel ankündigte.

Während in Neustadt der Bau einer neuen Turnhalle für das Arnold-Gymnasium erst einmal auf die Warteliste geschoben wurde, wird die Sanierung der Realschule weiter vorangetrieben. Allerdings gibt es dabei Überlegungen, ob nicht an der einen oder anderen Stelle Kosten gesenkt werden können, wenn von der ursprünglichen Planung abgewichen wird.

Das Sparpaket wurde bei einer Gegenstimme durch den Kreistag beschlossen. red