Herr Finzel, was ist Ihre Motivation, so viel Geld bei einem Fußballverein zu investieren?
Stefan Finzel: Über Geld spreche ich nicht so gerne.

...aber Sie sagen doch auch, dass Sie mit Ihren 42 Mitarbeitern 48 Millionen Euro Umsatz im Jahr machen!
Ja, das stimmt. Und darauf bin ich auch stolz. Im Betrieb und im Fußball geht es mir vor allem um Werte. Um Ehrlichkeit, ich mag keine Lügen. Die Leute müssen sich voll einsetzen und alles geben. In der Firma und auf dem Platz. Wer falsch spielt, ist fehl am Platz.

So wie Paul Scheller?
Naja, Paul ist ein guter Kerl. Ich mag ihn und habe ihn gerne bei mir beschäftigt. Doch inzwischen ist er 31 und muss halt woanders sehen, wie er ohne Fußball über die Runden kommt. Ich glaube, er war zuletzt Barkeeper in Wien.

Ihnen liegt die Jugendarbeit sehr am Herzen.
Absolut. Das ist das Wichtigste. Wir wollen und können keine Konkurrenz zum NLZ sein. Ich schätze die Arbeit sehr, die in Coburg gemacht wird. Aber ich bin auch der Meinung, dass es dort zu viele Jugendliche gibt. Mit Eliteförderung hat das nicht mehr viel zu tun, dort gibt es zweite, dritte und ja sogar vierte Mannschaften. Und auf dem Land fehlen die Spieler. Diese Entwicklung ist nicht gut. Aber trotzdem sind auch wir auf einem guten Weg. Wir haben mit 65 Jugendlichen begonnen und haben jetzt 135. Unser Ziel ist es, mit allen Teams in der Bezirksoberliga zu spielen.

Und mit der ersten Mannschaft?
Die Bezirksliga ist ein Geschenk für uns. Ich freue mich auf die vielen Derbys. Die Mönchrödener sind sehr stark. Den Rahmani hätte ich auch gerne verpflichtet. Und die Frohnlacher müssen mit der Truppe ja aufsteigen. Was wollen wir in der Landesliga? Da kommen die Gegner aus dem Raum Nürnberg doch nur mit einer Handvoll Zuschauern.
Das Gespräch führte Christoph Böger