Die Bauarbeiten für die Erweiterung der Hauptstelle der Raiffeisenbank Obermain Nord sind im vollen Gange. Was passiert mit den Parkplätzen, die das Kreditinstitut für seine Mitarbeiter in der Theodor-Heuß-Straße vorübergehend geschaffen hat, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind? Die Antwort auf diese Frage gab es in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.
"Das Areal wird einer neuen Nutzung zugeführt. Im Rahmen des Caritas-Projekts ,In der Heimat wohnen‘ entsteht ein Neubau für 19 Senioren mit Gemeinschaftsraum, Tagespflege und einer Sozialstation für die fünf Mitarbeiter der Tagespflege sowie neun Garagen und 18 Stellplätzen", informierte Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) die Öffentlichkeit.
Altenkunstadt hat bereits gute Erfahrungen mit dem Modellprojekt gemacht. In der Theodor-Heuß-Straße betreibt die Caritas in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gaststätte "Preußla" eine Seniorenwohnanlage. Als Bauherrn hatte man damals die Friedrich-Baur-Stiftung gewinnen können. Bei dem neuen Projekt ist das Ebensfelder Bauunternehmen Raab Kooperationspartner. Das kommt nicht von ungefähr, wie Bauunternehmerin Gisela Raab dem Gremium erläuterte: "In Bad Staffelstein haben wir vor zwei Jahren mit der Caritas ein innovatives Mehrgenerationen-Konzept für Jung und Alt mit Eigentums- und Mietwohnungen verwirklicht." Die gute Zusammenarbeit wolle man nun in Altenkunstadt fortführen und vertiefen, war sie sich mit Geschäftsführer Richard Reich von der Caritas einig.
Die Tagespflege ist den Ausführungen Raabs zufolge auf 20 bis 30 Personen ausgelegt. Sie befindet sich im Erdgeschoss. Dieses beherbergt auch die Sozialstation für die fünf Mitarbeiter der Tagespflege, das Quartiersbüro, den Gemeinschaftsraum mit WC und Küche sowie eine Wohnung mit kleinem Gartenanteil. In den zwei Obergeschossen werden Appartements errichtet. Es wird sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen geben.
Die geplante Wohnanlage im Herzen Altenkunstadts soll auch eine grüne Lunge erhalten, bestehend aus einem Außensitzplatz mit anschließendem Streuobstgarten. "Für die Tagespflegegäste, die zumeist dement sind, sehen die Planungen einen geschützten Garten vor", sagte Raab. Zudem verhehlte die Bauingenieurin nicht, dass man das Vorhaben im Rahmen der Städtebauförderung realisieren wolle. Das Vorhaben wurde einhellig begrüßt.
Vor allem die Nähe zum Raiffeisenplatz und zur bereits bestehenden Caritas-Wohnanlage wurde hervorgehoben. Die Maßnahme wurde als ein weiteres Puzzleteil gesehen, den Bereich zu einem zweiten Marktplatz von Altenkunstadt zu machen.


Parkplatz-Standort erregt Unmut

In einem kleinen Punkt gingen die Meinungen allerdings auseinander: "Der Altenkunstadter Ortskern ist durch giebelständige Häuser gekennzeichnet. Die unmittelbar zur Straße geplanten Stellplätze passen nicht so recht ins Ortsbild", fand Almut Schumann (SPD). Auch Melitta Braun (CSU) teilte ihre Ansicht. Beide sprachen sich dafür aus, das Haus weiter nach vorne zu rücken.
Davon hielt Walter Limmer von der Junge-Wähler-Union (JWU) nicht viel. Er erinnerte daran, dass auch die neue Raiffeisenbank nicht so ganz zu den älteren Gebäuden passe. "Wir müssen uns an neue Bauten gewöhnen", meinte er. Reich und Raab betonten, dass noch nichts in Stein gemeißelt sei. Denkbar wäre es, so Raab, zunächst mit einer Baumreihe zu beginnen und die Stellplätze, zu denen auch Carports gehören, nach hinten zu verschieben. Die hölzernen Unterstände könne man zudem begrünen.