Die diesjährige "Oldtimer Rallye" führte zu einer Kahnfahrt auf der Spree. Der Vorsitzende des Oldtimerclubs Kronach, Gerhard Moser, teilte mit, dass man lange gezögert habe, ob überhaupt die bei den Oldtimern beliebte Rallye in diesem Jahr wegen der Corona- Pandemie stattfinden wird. Doch die Lockerungen der Landesregierung Brandenburg ab Mitte Juni - unter anderem wurden dabei auch die Kontaktbeschränkungen gekippt - haben die Oldtimerfreunde aus dem Frankenwald ermutigt, die historische Kulturlandschaft Spreewald im Südosten des Bundeslandes Brandenburg zu erkunden.

18 Mitglieder machten sich so mit ihren Oldies auf die Vier- Tage-Rallye in den Spreewald. Gestartet wurde traditionell vom Vereins-Stammlokal aus am "Fröschbrunna" in Kronach. Das älteste Fahrzeug, welches sich auf die Rallye wagte, war ein Mercedes Pagode, Baujahr 1962 - also weit über ein halbes Jahrhundert alt. Außerdem waren Oldies wie VW, Porsche, Alfa Romeo und weiterer Hersteller dabei.

Frohen Mutes und mit guter Laune trat man die Fahrtroute an: über Nordhalben, Bad Lobenstein bis zur ersten Etappenpause in Ziegenrück im Saale- Orla-Kreis im Südosten Thüringens. Über die Bundesautobahn A 9 erreichten die Teilnehmer die Abfahrt Leipzig Nord-Ost und nahmen die B 87, um in Herzberg (Elster) eine weitere Rast einzulegen. Die Stadtverwaltung stellte den Marktplatz als Parkplatz für die Kronacher Oldies zur Verfügung. Nach insgesamt 360 Fahrtkilometern erreichte die Gruppe ihr Zielhotel in Lübbenau, einer Stadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz im Bundesland Brandenburg.

Das "grüne Venedig"

Gut ausgeruht ging man am nächsten Tag auf eine achtstündige Kahnfahrt durch das "grüne Venedig in Deutschland" mit einem Aufenthalt am Freilandmuseum. Hier wurden die Kronacher ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. Sie erlebten eine Zeit ohne elektrischen Strom, ohne Fernseher und Playstation, in der das Wasser mit Eimern aus dem Fluss geschöpft und die Wäsche in der Wanne mit Bürste und Kernseife geschrubbt werden musste.

Der dritte Tag konnte von jedem Teilnehmer frei verfügt werden, um am Abend zum Abschied von einer Fährfrau alles Wissenswerte über den Spreewald zu erfahren und mit Akkordeonmusik verabschiedet zu werden. Am späten Abend gab es einen Höhepunkt mit einer Lichterfahrt mit Sonnenuntergang durch die Stille des Spreewaldes.

Auf der Rückfahrt wurden die Oldtimerclubfreunde vom vorsitzenden Gerhard Moser bei einer Einkehr im Fichtelgebirgshof bei Himmelkron, am Rande des Fichtelgebirges und Frankenwald gelegen, verabschiedet und jeder konnte die Heimfahrt für sich gestalten. eh