Keiner muss fürchten, dass in Stegaurach bald die Lichter ausgehen. Der Gemeinderat bleibt sich aber treu, wenn es darum geht, in der Gemeinde und für die Gemeinde umwelt- und naturverträglich nachhaltige Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Die Umrüstung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED mit Leuchten, die eine Farbtemperatur von 2200 Kelvin haben und nach 23 Uhr nochmals gedimmt werden sollen, wurde in der letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen.

Die Maßnahme spart Energie, belastet wegen des weitgehend ausgefilterten UV-Lichts den Schlaf der Stegauracher nicht und ist aktiver Schutz für Mensch und Tier. Denn die Abstrahlung der neuen Leuchtkörper wirkt nicht mehr als Insektenfalle, ist aber so hell, dass Nachtwandler ein gutes Sicherheitsgefühl haben dürfen. In fünf bis sechs Jahren habe sich die Investition amortisiert, so Edgar Müller, der Kommunalbetreuer der Bayernwerk AG, der dem Ratsgremium die neuesten und langfristig verlässlichsten Entwicklungen am Straßenbeleuchtungsmarkt detailliert erläuterte.

Zustimmung für mehr Grün

Ebenfalls um die Zukunft der Kommune ging es beim ersten Programmpunkt der Sitzung. Das Ende 2019 gewählte Jugendparlament der Gemeinde trat mit einer Abordnung unter der Leitung der beiden Jungbürgermeister vor das Ratsgremium der "Großen", um davon zu berichten, wie Politik beim gemeindlichen Nachwuchs geht. Offenbar, so die Einschätzung des Rates und der zahlreichen Gäste, genauso konstruktiv und gut wie bei den Erwachsenen. Nur beim Skaterpark, der bei den Jugendlichen immer noch ganz oben auf der Wunschliste steht, da werden die Jungen wohl noch viel Geduld aufbringen müssen. Über 20 Jahre sei der Skaterpark schon Thema, erklärte Bürgermeister Thilo Wagner (FW), und mindestens so lange halte die Suche nach einem geeigneten Gelände für die Einrichtung an. Für eine andere Aktion, nämlich mehr Grün in die Kommune, fanden die jungen Parlamentarier aber gleich breite Zustimmung und Unterstützung beim Ratsgremium.

Dann wandte sich der Rat einer anderen Maßnahme zu, die die Gemeinde und den Freistaat Bayern wohl um die 480 000 Euro mehr kosten wird, als ursprünglich erwartet wurde. Der Architekt Peter Schickel gab einen Sachstandsbericht zum Sanierungsfortschritt beim Böttinger'schen Landhaus, das ja zusammen mit Kirche, Pfarrheim und Rathaus das Ortszentrum von Stegaurach bildet. Von Johann Dientzenhofer wurde es bis 1725 für den Rechtsgelehrten und Geheimrat Tobias Böttinger erbaut und es wirkt mit seiner Freitreppe vor dem Eingangsportal, dem Gartensaal und den geohrten Fenstergewänden wie ein kleines Barockschloss.

Sanierung wird teuer

Es heißt in den Archivalien, dass der Bauherr auf die Anlage des Gartens verzichten musste, weil ihm das Geld dafür ausgegangen sei. So weit wird es aber in Stegaurach kein zweites Mal kommen, so Architekt Schickel, denn ein Großteil der Kostenmehrung sei auf die Freude des Landesamts für Denkmalpflege am Objekt zurückzuführen, so dass man auch bei der originalgetreuen Wiederherstellung mehr Geld in die Hand nehmen müsse. Auf effektive Mehrkosten von 24,10 Prozent komme man somit.

Langes Bohren half dann aber doch, als das Gremium wissen wollte, wann man denn möglicherweise im großen Saal des Böttinger'schen Landhauses die erste Ratssitzung halten könne. Wenn es nach dem Architekten Peter Schickel geht, dann wird die erste Sitzung nach der Sommerpause eine historische für Stegaurach werden, denn die kann ziemlich sicher im Saal des Böttinger'schen Landhauses stattfinden.

Deutlich weniger splendid ließen sich die weiteren Tagesordnungspunkte an. Gegen die zu beschließenden Bebauungs-und Flächennutzungsplan-Änderungen, die von den Nachbargemeinden Frensdorf und Burgebrach eingereicht wurden, gab es keine Einwendungen des Rates. Das Vergabeverfahren für die "Neugestaltung der Stegauracher Mitte" wird nicht mehr weiterverfolgt, stattdessen wird die Verwaltung beauftragt, Angebote von mindestens drei geeigneten Planungsbüros für eine städtebauliche Rahmenplanung einzuholen.

Und schließlich konnte Wagner noch ankündigen, dass die Renovierungsarbeiten an der durch Vandalismus beschädigten Unterauracher Kapelle ab sofort anlaufen werden.