Der Karibu-Weltladen war mit dem fairen Handel vor fast 40 Jahren seiner Zeit voraus, dies sagte die Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann beim "fairen Fest" in Kronach. Man hat seitens der Verantwortlichen nicht nur vorausschauend gedacht, sondern auch konsequent gehandelt.
Mit vielen freiwilligen Helfern hat man über Jahrzehnte Pionierarbeit auf dem Gebiet "fairer Handel" geleistet. Fairtrade bekämpft Armut und schützt die Umwelt, von diesem fairen Handel profitiert auch der Einzelhandel vor Ort.
Wie Hofmann weiter ausführte sei, Kronach eine von 524 Fairen Trade Towns in Deutschland. Die Stadt möchte damit auf die Bedingungen in den Erzeugerländern aufmerksam machen und gleichzeitig zeigen, wie es besser gehen kann. Hofmann überreichte auch die Urkunde, welche bis 2020 verlängert wurde und einen Imagegewinn der Stadt darstellt. Zuvor feierte man bereits mit kulinarischen Köstlichkeiten aus aller Welt, einem Kuchenbuffet und fair gehandelten Getränken. Gut beschäftigt wurde dabei am Nachmittag auch der Nachwuchs mit kreativen Spielen und Aktionen. Eine Kostprobe ihres Könnens zeigte auch die jungen Gitarrenschüler. Als Höhepunkt des Festes gab es noch den Vortrag "Ach du liebe Welt" von Ulrike Mahr und Lars Hofmann. Sie untermalten mit Texten, Musik und farbgewaltigen Bildern die schöne Erde in einer Diashow.


35 Ehrenamtliche

Im Karibu-Weltladen verrichten 35 ehrenamtliche Mitarbeiter Dienste. Der Laden wird vom Trägerverein zur Förderung des Fairen Handels e.V. getragen. Dort verkauft man fair gehandelte Produkte aus zertifizierten Projekten aus aller Welt. Am geläufigsten sind Kaffee, Tee und Kakao, darüber hinaus ist das Sortiment breiter und orientiert sich an der Zeit.
Kronach ist seit 2014 Faire Stadt, nicht zuletzt auch deswegen, weil engagierte Läden und Gastronomiebetriebe sich der Idee anschließen und faire Produkte in ihr Sortiment aufnehmen. Über 1,66 Millionen Bauern und Arbeiter profitieren weltweit vom Fairtrade-System. Ihre Vertreter sind mit 50 Prozent an den globalen Entscheidungen beteiligt. 88 Prozent der Fairtrade-Produzenten sind in Kleinbauern-Kooperativen organisiert.


Schwierige Aufbauphase

Den Karibu-Weltladen gibt es seit rund 40 Jahren. Von 1992 bis zum Jahr 2010 hat ihn Inge Grüninger am Leben gehalten. Sie erinnert sich beim Fest an die schwierige Aufbauphase mit zwei hauptamtlichen Kräften. Man sei ohne große Zuschüsse immer halbwegs über die Runden gekommen, so die langjährige Leiterin des Kronacher Weltladens.