Der winzig kleine Kugelkäfer ist im Prinzip ein sehr friedlicher Zeitgenosse, der weder für den Menschen noch für die Gebäude, in die er einzieht, schädlich ist. Aber seine Gegenwart kann teuer kommen. Zumindest zu Mietmindereinnahmen kann seine Koexistenz mit den Bewohnern eines Hauses führen.
Vom Gastspiel des Kugelkäfers in den Wohnungen über der Horst-Bieger-Begegnungsstätte "Mittendrin" in der Memmelsdorfer Hauptstraße berichtete bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Stiftungsvorstandsmitglied Hermann Bezold, der die Mietmindereinnahmen erläuterte.
Die werde es auch bis auf Weiteres geben, so Bezold. Die Mieter hätten sich mit dem Kugelkäfer arrangiert, und die Stiftung komme ihnen dafür mit einer Mietminderung entgegen. Klar sei aber auch, fügte Bezold hinzu, dass eine kleine Stiftung, wie das die Horst-Bieger-Stiftung von Memmelsdorf nun mal sei, kein dickes Finanzpolster habe, das für den Ausgleich von Mindereinnahmen ohne Weiteres herangezogen werden könne.
Im Seniorenheim Memmelsdorf, das auch von der Stiftung betrieben wird, sei eine neue Brandschutztüren-Mechanik erforderlich gewesen, auch das seien Kosten, die unumgänglich seien, aber der Stiftung wehtäten. Wehklagen der Stiftungs-Vertreter waren im Gemeinderat aber trotz unerwarteter Mehrbelastungen für den Stiftungshaushalt nicht angesagt. Denn die Gemeinde beteiligt sich auch weiter ohne Wenn und Aber anteilig an der Finanzierung der Seniorenarbeit, die die Stiftung auch in Zusammenarbeit mit dem iSo e.V. Bamberg leistet.
Die Angebote der Stiftung und des iSo e.V. in der Bieger-Begegnungsstätte seien nicht nur höchst erfolgreich bei ihren Zielgruppen, sie zeigten darüber hinaus, dass die Gemeinde Memmelsdorf - mit der Unterstützung zahlreicher Ehrenamtlicher - auch hervorragende Hauptamtliche als Kooperationspartner bei der Seniorenarbeit gefunden habe.


Gewappnet für Starkregen

Ums Geld ging es auch bei den anderen Tagesordnungspunkten der Ratssitzung. Für die Memmelsdorfer Wehr werden ein Sauger und zwei Pumpen angeschafft. Bürgermeister Gerd Schneider erklärte dazu, dass man aus den unschönen Erfahrungen so mancher Landkreisgemeinde gelernt habe. Starkregenereignisse würden wohl in Zukunft noch häufiger auftreten, und dann brauche die Wehr gutes Gerät.
Für die Fortsetzung der Dienstleistung im Hort Gundelsheim stimmten das Gremium ebenso wie für die weitere Übernahme von Fahrtkosten der Gemeindekinder. Über den Antrag Firma Basel auf mehr Geld für die Schülerbeförderung diskutierten die Ratsmitglieder dann etwas intensiver. Man war sich aber letztlich bei einer Gegenstimme einig, dass der Antrag erst einmal nicht beschieden werden sollte. In der Juli-Sitzung solle die Verwaltung weitere Informationen auch zum europäischen Ausschreibungswesen bei Dienstleistungen beibringen und dann werde man entscheiden.