Bernhard Panzer

Wenn man mal ins Sammeln kommt, dann fällt ein Ende schwer. Denn worauf soll verzichtet werden, wenn sich doch vieles findet, das man unbedingt berichten möchte? Solche Fragen beschäftigen vor allem die Schreiber von Chroniken immer wieder und auch das Festschrift-Gremium der Feuerwehr blieb davor nicht verschont.
Ein Problem haben die neun Wehrleute und ihre Unterstützer aber keineswegs daraus gemacht. Jetzt ist aus der Festschrift eben ein Buch geworden, sagt Vorsitzender Thomas Geiger. Und zwar ein "Geschichts- und Geschichtenbuch rund um die Freiwillige Feuerwehr Herzogenaurach", wie es schon im Titel zum Jubiläumsdruck anlässlich des 150-jährigen Bestehens heißt.
Auf knapp 250 Seiten finden sich zahlreiche Texte und Fotos rund um die Arbeit der Wehr. Freilich wird ein erster Schwerpunkt der Geschichte eingeräumt. Begonnen mit der Chronologie seit den ersten Tagen der Turnerfeuerwehr im Jahr 1868 bis heute, spannt sich der Bogen der zahlreichen interessanten Berichte von der Geschichte des Löschwesens im alten Rom über das Mittelalter zur Neuzeit.
Da wird im Herzogenauracher Ordnungsbuch von 1382 geblättert, das "Korps der Retter" wird beschrieben und so geht es Jahr um Jahr voran zum 125. Jubiläum mit seiner Rekordwasserwand und einem FT-Bericht zum Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde.
Dann folgen die neueren Jahre mit dem Bau der Feuerwache. Ein Ende findet der Ausflug in die Geschichte - topaktuell - mit dem Festkommers zum 150. Jubiläum im März 2018. Da finden sich die Berichte aus dem Fränkischen Tag zur Überraschungslaudatio von Norbert Neugirg und zum Zapfenstreich mit Gänsehautfeeling wieder.
Dieser Tage besuchten mehrere Macher des Buchs den Schirmherrn des Jubiläums. Bürgermeister German Hacker bekam das erste Exemplar überreicht. Sein Eindruck beim ersten Durchblättern war schon "sehr gut", wie er sagte: Das Buch "fasst sich gut an und sieht hervorragend aus." Auch wenn man im digitalen Zeitalter angekommen ist, sei ein gedrucktes Buch, das man in der Hand halten könne, doch etwas Besonderes, ergänzte der Schirmherr.
Vorsitzender Geiger wurde unter anderem begleitet von Siegbert Sendner, der in seinem Privatarchiv gewühlt hatte und Fotos wie Zeitungsberichte beisteuerte. Auch die Gremiums-Mitglieder Norbert Rauch und Thomas Birkner waren dabei und zeigten sich auch erleichtert, dass die Arbeit jetzt geschafft war. "Wir haben sehr schnell gemerkt, dass aus der Festschrift ein Geschichtenbuch wird", merkte Birkner an. Und Rauch meinte mit einem Augenzwinkern: "Mittlerweile kann ich keine Feuerwehrbilder mehr sehen". Weiter mit im Rathaus waren Klaus-Peter Gäbelein, der die Ausflüge in die Geschichte beitrug, und Layouterin Natascha Hertrich. Zum Gremium gehören noch Marcus Adler, Jörg Hentschke, Steffen Reinhard und Karl-Heinz Schalk. Zahlreiche Bilder beigesteuert haben unter anderem FT-Mitarbeiter Richard Sänger und Helmut Pfaffenberger.
Einen weiteren Schwerpunkt des Buchs machen die Persönlichkeiten aus. Hier sind die Führungskräfte und Geehrten ebenso im Bild zu sehen wie die Aktiven und die Feuerwehrfrauen sowie die Jugend. Ein stolzes Kapitel nimmt die aktuelle Arbeit ein: Fahrzeuge, Ausrüstung, Ausbildung. Und auch zahlreiche Einsätze sind aufgeführt, im direkten Gebiet wie auch überörtlich. Da half man bei Großbränden in Erlangen, war zum Katastrophenschutzeinsatz in Frankreich (2000) und beim Hochwasser in Sachsen (2002) oder auch bei den Überflutungen in Baiersdorf im Juli 2007. Auch schwere Verkehrsunfälle aus der Vergangenheit sind aufgeführt, wie der mit acht Verletzten am Brünnlein zwischen Falkendorf und Herzogenaurach im Mai 1989. Und selbst einen Flugzeugabsturz im Wald am Verkehrslandeplatz (2003) hat es in Herzogenaurach gegeben. Das klassische Einsatzgebiet, die Brände, sind freilich ebenfalls abgedeckt.
Und weil sie schlicht dazu gehören, bekommen auch der Spielmannszug und die Nikoläuse ihre Erwähnung. Das Buch wurde in einer Auflage von rund 500 Stück gedruckt und wird für 20 Euro (Aktive zahlen zehn) bei den Jubiläumsfeierlichkeiten im Mai verkauft .