Wolfgang Schoberth Baron Christian Wilhelm von Krohnemann war einer der größten Scharlatane seiner Zeit. 1677 trat er in die Dienste des Bayreuther Markgrafen Christian Ernst, dem er weismachte, er könne durch eine "Universal-Tinktur" aus unedlen Metallen Silber und Gold "extrahieren".

Damit würden für das mit 2,4 Millionen Talern hoch verschuldete Fürstentum glückliche Zeiten anbrechen, meinte er. Zudem helfe die Tinktur bei Impotenz und Unfruchtbarkeit, schütze vor schweren Krankheiten und verlängere das Leben.

Christian Ernst war von Krohnemanns magischen Künsten überzeugt und richtete ihm im Alten Schloss in Bayreuth ein Laboratorium ein. Der Alchimist, dem die Damenwelt zu Füßen lag, erlebte einen kometenhaften Aufstieg: Er wurde Bergbaudirektor, Münzmeister, Geheimer Rat und Kommandant der Landesfestung Plassenburg.

Der immer wieder aufkommende Betrugsverdacht wurde von der Markgräfin Sophie Louise erstickt. Erst als sich die Lage grotesk zuspitzte, wurde Krohnemann 1684 nach Kulmbach verbannt.

Nachdem weitere Experimente im Roten Turm und auf der Plassenburg scheiterten, versuchte er, sich ins Kirchenasyl zu retten. Jedoch rettete ihn die Rückkehr zum katholischen Glauben nicht vor den Schergen: Er wurde aus dem Kloster Marienweiher gezerrt und vor Gericht gestellt.

Bei dem Prozess stellte sich heraus, dass seine ganz Kunst darin bestand, Goldgestein aus den markgräflichen Beständen zu ergaunern und Silberbestecke aus der Plassenburg-Schatzkammer umzuschmelzen. Das Gericht verurteilte ihn zum Tode. Am 27. April 1686 wurde das Urteil auf dem Kulmbacher Galgenberg vollstreckt. Zwar erwirkte die Markgräfin noch eine Begnadigung, doch der Kurier ließ sich für die Strecke von Bayreuth nach Kulmbach Zeit - und traf ein halbe Stunde zu spät am Hinrichtungsort ein.

Bissige Karikaturen

1947, inmitten der Papiergeldentwertung und galoppierenden Inflation, erinnert sich der Kulmbacher Heimatforscher Max Hundt (1898 - 1965) an Krohnemann. Goldbarren und Goldmünzen erscheinen in Krisenzeiten stets als Rettungsanker. Hundt kommt auf die Idee, eine "Moritat über das kavaliersmäßige Leben und den erschröcklichen Tod des Plassenburg-Goldmachers" zu verfassen.

Die Verse rumpeln nach Bänkelsängerart, die Reime sind wüst gedrechselt, doch urkomisch. Mit Max Wild (1911 - 2000) findet er einen idealen Illustrator. Mit garstigem Humor karikiert er die menschlichen Schwächen - Dreistigkeit, Dummheit, Eitelkeit, Prunksucht, Liebedienerei und Wollust.

Wir wünsche viel Spaß beim Betrachten und Lesen.