Memmelsdorf — Am Tage besehen ist dann doch nicht alles machbar, was wünschenswert wäre. So jedenfalls die einstimmige Einschätzung des Gemeinderats von Memmelsdorf, als es in der Mai-Sitzung des Rates um das Angebot einer Strukturuntersuchung von Handels-Fachwirt Wolfgang Gröll für einen Dorfladen in Merkendorf ging.
Die Experten im Rat und an der Spitze der Verwaltung waren sich einig, dass das Angebot der von Gröll vertretenen newWAY GmbH kein gangbarer Weg wäre, um Merkendorf mit einer Art Dienstleistungs- und Nahversorgungszentrum im Miniaturformat auszustatten. Gemeinderat Alfons Distler erklärte denn auch, dass die Gemeinde in Merkendorf kein Gebäude besitze, das ohne unkalkulierbare finanzielle Risiken für eine Nutzung als Dorfladen in Frage käme. Auf bloße Vermutung hin könne man keine Geld für ein solches Projekt in die Hand nehmen.
Nicht weniger konsequent zeigte sich der Rat, als es um die Vergabe von zwei offenen Baulosen im Baugebiet Meedensdorf-Ost ging. Der Rat brachte ad hoc ein zwingend vereinfachtes Vergabeverfahren auf den Weg, das Bauwillige passgenau ans Ziel bringt und die Vor- und Nachbereitung für die Verwaltung deutlich vereinfacht.
Einige kleinere, aber durchaus kostenträchtige Tagesordnungspunkte waren im Fortgang der öffentlichen Sitzung zu entscheiden. Eine sehr moderate Erhöhung der Kompensationspauschalen für Kosten, die den Räten im Zuge des neuen Ratsinformationssystems entstehen, wurde ebenso beschlossen, wie es grünes Licht für die leichte Erhöhung der Pauschale für Aufwandsentschädigung und Zehrgeld der Wahlhelfer ab 2018 gab.
Schließlich wurden gemäß der Mustersatzung des Bayerischen Gemeindetags auch die Anpassungen für Aufwendungen und Kostenersatz sowie andere Leistungen der gemeindlichen Feuerwehren beschlossen.


Machbarkeit soll geprüft werden

Zum Dauerbrenner dürfte sich das Thema des siebten Tagesordnungspunktes entwickeln. Die CSU-Fraktion beantragte darin die Durchführung einer integralen Machbarkeitsstudie zur Errichtung und zum Betrieb einer offenen Ganztagsschule in Memmelsdorf. Man solle "ohne Scheuklappen an das Projekt herangehen und die nun in Erfahrung gebrachten Werte und Prognosen in ein zukünftiges An- oder Neubaukonzept (...) einfließen lassen", trug der Fraktionsvorsitzende der CSU, Jürgen Reinwald, einen Kernpunkt des Antrags noch einmal vor. Da dem Ratsgremium die Notwendigkeit eines solchen Konzeptes einleuchtete, wurde beschlossen, dass die Verwaltung noch vor der Sommerpause eruieren soll, wer ein solches Konzept entwickeln kann und möglicherweise dann auch vom Rat mit der Erarbeitung beauftragt werden könnte.
Abschließend erläuterte Ralf Pfister vom Ordnungsamt die Neuerungen, die mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ab Ende Mai 2018 auf die Gemeinde zukommen.