Am ersten Februarwochenende lädt die Alte Schäferei zum Schlenkermarkt ein. Das Fest findet am Samstag, 3. Februar, von 10 bis 18 Uhr statt. Auf dem Schlenkermarkt in der Alten Schäferei dürfen sich die Besucher auf ein buntes und abwechslungsreiches Markttreiben mit vielen Ausstellern freuen und sich von kurzweiliger Gauklerkunst verzaubern lassen. Um 17.30 Uhr überrascht eine Feuershow zum Abschluss des Marktes. Beim Mitmachprogramm können sich die Besucher im Seifenherstellen versuchen und ihre selbstgemachte Rosenseife mit nach Hause nehmen.
Ab 19.30 Uhr gibt es "Volxtanz" mit "Boxgalopp" (Einlass 19 Uhr). Das Musikerkonglomerat "Boxgalopp" hat sich dem wilden, frechen und ungestümen Musizieren verschrieben. Dabei sehen sie sich in der Tradition der Musikanten vergangener Generationen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Was steckt hinter dem Schlenkermarkt? Mit dem Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar endet im kirchlichen Kalender die Weihnachtszeit. Die katholische Kirche feiert diesen Tag zur Erinnerung an die Darbringung Jesu durch Maria im Tempel. Noch heute werden am Lichtmesstag Kerzen und Wachsstöcke geweiht. Auf dem Land hatte dieser Tag auch eine große weltliche Bedeutung. Mit ihm ging das bäuerliche Arbeitsjahr zu Ende, und dem Gesinde wurde der Lohn vom ganzen letzten Jahr ausbezahlt. Je nach Dienstherr erhielten Knechte und Mägde dazu noch etwas Kleidung oder ein paar Schuhe. Der Lohn war meistens nicht sehr hoch, denn Kost und Logie waren auf dem Hof frei. Außerdem wurde entweder ein neuer Dienstvertrag für das nächste Jahr ausgehandelt oder die Stelle gewechselt. Den neuen Dienstherrn hatte man vorher schon ausgesucht oder fand ihn auf dem Schlenkermarkt. Zu Lichtmess wurden also die Belegschaften durcheinandergewürfelt.
Bis zum Antritt des neuen Dienstes und nur während dieses Dienstwechsels hatte das Gesinde ein oder mehrere arbeitsfreie Tage. Sie waren eine ersehnte Unterbrechung des Alltags. Die Zeit wurde genutzt, um den eigenen Hausrat in Ordnung zu bringen und Eltern sowie Verwandte zu besuchen. Sie boten aber auch Gelegenheit zum "Herumschlendern" oder "Herumschlenkern". Dieser Zeitraum wurde auch "Schlenkelweil" genannt. Während der "Schlenkertage" besuchte man außerdem den Schlenkermarkt, um sich allerhand Schönes einzukaufen. Burschen und Mädchen beschenkten sich dabei gegenseitig. Auch das Wirtshaus wurde aufgesucht, was Gelegenheit gab, den verdienten Lohn wieder auszugeben. red