Mit 90 Jahren steht Höchstadts Ehrenbürger Alois Schell noch voll im Leben und blickt stolz auf eine außerordentlich aktive Zeit voll ehrenamtlicher Arbeit zum Wohl der Bürger von Höchstadt zurück. Er mischte immer ganz vorn mit und wurde dafür von Stadt und Land wiederholt geehrt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg half der damals noch nicht einmal 20-Jährige sofort dabei, das Leben in Höchstadt wieder "anzukurbeln". Er belebte die durch den Krieg stark reduzierte Stadtkapelle, half dem TSV "auf die Beine", baute an dessen Sportplatz mit und spielte selbst im TSV als Rechtsaußen aktiv Fußball. Schell war später Kommandant der freiwilligen Feuerwehr, 25 Jahre Vorsitzender der Stadtkapelle, acht Jahre Kirchenpfleger und aktiv im Heimatverein. 36 Jahre wirkte Alois Schell im Stadtrat und war 18 Jahre davon Zweiter Bürgermeister. Den Gesang im Liederkranz gab der Jubilar erst mit 87 Jahren auf.
Dementsprechend zahlreich fiel am Dienstagnachmittag auch die Gratulanten-Schar aus. Landrat Alexander Tritthart (CSU), Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD), CSU-Ortsvorsitzender Alexander Schulz, Dekan Kilian Kemmer, Heimatvereins-Vorsitzender Georg Römer und Bezirksrätin Ute Salzner (CSU). Der Landrat würdigte Schells ehrenamtliche Engagement und las die Ehrungen Schells vor: Bayrischer Verdienstorden, Dankurkunde und später Medaille für kommunale Selbstverwaltung und das Verdienstkreuz am Bande. Alexander Schulz brachte zur Gratulation eine besondere Überraschung für den Jubilar mit: die Ehrenmitgliedschaft in der CSU.
Und der Privatmensch Alois Schell? Er ist eins von drei Kindern und in Höchstadt geboren. Dem Volksschulbesuch folgte eine kaufmännische Berufsausbildung und die 43 Jahre lange Tätigkeit in der Schuhfabrik Manz-Fortuna - zunächst als Finanzbuchhalter und dann 27 Jahre als Prokurist. 1951 heiratete er seine Frau Erika und beide schenkten den zwei Söhnen Herwig und Ehrfried das Leben. Herwig kümmert sich heute um das Grundstück und unterstützt die Eltern, wo er kann, während Ehrfried aus Aachen zur Feier kam. Beide Schells haben zwei Enkelinnen, auf die sie sehr stolz sind.