"Ich bleibe, was ich bin: Oberfranke aus Überzeugung und Ehrenamtlicher aus Leidenschaft." Mit diesem Bekenntnis verabschiedete sich Rudolf Bock als Erster Gauschützenmeister. Er überreichte die Amtskette an seinen soeben gewählten Nachfolger Michael Spörer. Die Delegiertenversammlung des des Schützengaus Oberfranken Süd war ursprünglich bereits im März vorgesehen.

Bock dankte dem Vorsitzenden der Naturbühne Trebgast, Siegfried Küspert, der den Zuschauerraum des Theaters für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte. "Mit der Lüftung gibt es da schon mal keine Probleme", bestätigte MdB Thomas Hacker in seinem Grußwort, in dem er auch auf die Herausforderung für alle Vereine hinwies, die ihren Sport derzeit nicht ausführen können.

Die Anwesenheit der Ehrengäste, darunter die stellvertretenden Landräte von Bayreuth und Kulmbach, Stephan Unglaub und Dieter Schaar, bewertete Rudolf Bock als Anerkennung für das Schützenwesen, das sowohl sportlich, aber auch kulturell eng mit der Bevölkerung verwurzelt ist.

"Der Schützengau Süd macht mit diesem besonderen Rahmen deutlich, dass das Schützenwesen auch in diesen schwierigen Zeiten handlungsfähig bleibt und sendet damit ein starkes Signal", dankte Erster Bezirksschützenmeister Alexander Hummel der Gauverwaltung.

"Wir leben in bewegten und bewegenden Zeiten mit neuen Herausforderungen", begann Bock seinen Bericht. "Eine unserer dringendsten Aufgaben ist es jetzt, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Es gilt, unsere Vereine und Mitglieder nachhaltig zu unterstützen. Sie sind die Basis für eine funktionierende Gesellschaftskultur." Diesen Hinweis wollte der scheidende Gauschützenmeister als Appell an die Mandatsträger in Land und Bund, aber auch auf kommunaler Ebene verstanden wissen. "Sport, Geselligkeit und Traditionspflege sind in unseren Haupt- und Gauschießen vereint. Schützenfeste, Umzüge und Königsproklamationen werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Das alles hat in diesem Jahr gefehlt und wurde schmerzlich vermisst."

Dem allgemeinen Trend entsprechend, ist auch bei den Schützen der Mitgliederrückgang ein Thema. Vor zwölf Jahren zählte der Gau Oberfranken Süd 61 Vereine mit 6300 Mitgliedern. Heute sind es noch 53 Vereine mit 5004 Mitgliedern. Durch die neue Disziplin Bogensport konnte ein noch größerer Mitgliederschwund verhindert werden. Und mit dem Blasrohrschießen steht die nächste Sportart schon in den Startlöchern.

Ein Höhepunkt der Versammlung war die Inthronisation der Gaukönige 2020. Mit ausgezeichneten Leistungen zeigte hier die junge weibliche Gilde, dass sie bei der Vergabe der Titel mithalten kann. Sarah Lipfert (Bad Berneck) wurde mit einem 388,3-Teiler Gau-Luftpistolenkönigin. Gau-Jugendkönigin wurde Elisa Bamberger (Schnabelwaid) mit einem 104,8-Teiler. Gau-Luftgewehrkönig Mike Kretz (SG Bad Berneck) gewann mit einem 25,6-Teiler, und Günther Nicolai (Sophienthal) sorgte mit einem 16,0-Teiler als Gau-Auflager-Schützenkönig für eine Überraschung.

Bei den Neuwahlen standen neben Rudolf Bock auch Sportleiter Norbert Puchtler und Schriftführer Ralf Bauer nicht mehr zur Verfügung. Nahezu einstimmig sprachen die Delegierten dafür Michael Spörer (Gauschützenmeister), Christa Häußinger (Sportleiterin) und Helmut Ross (Schriftführer) das Vertrauen aus. Als erste Amtshandlung ernannte Spörer den langjährigen Schriftführer Ralf Bauer zum Ehrenmitglied.

Mit persönlichen Abschiedsworten dankte Bock nach zwölf Amtsjahren für die Zusammenarbeit und Unterstützung, für die gemeinsame Zeit mit tollen Begegnungen und intensiven Gesprächen. "Ich bin jetzt fast 40 Jahre ehrenamtlich für Vereine und Verbände engagiert. Es hat mir immer Riesenspaß gemacht, mich für die Gesellschaft einzusetzen. "Egal, was ihr macht - macht es aus ganzem Herzen und mit voller Überzeugung", appellierte er an die Versammlung. Dieter Hübner