"Pflege on tour" ist eine Imagekampagne für den Pflegeberuf. Auf diese Aktion weist das Landratsamt Haßberge in Haßfurt hin.
Kinder und Jugendliche der Mittel- und Realschulen besuchen im Klassenverbund, gemeinsam mit einer Lehrkraft, eine Einrichtung der Altenhilfe. Vor Ort erfahren sie Hintergründe und Details zur Arbeit mit Senioren. Der Pflegestützpunkt und die "Gesundheitsregion plus Haßberge" koordinieren dabei alle Termine, organisieren die Fahrten und werten die Veranstaltungen aus.
In den Einrichtungen stehen Pflegekräfte, idealerweise auch Auszubildende als Gesprächspartner bereit und informieren über ihre tägliche Arbeit. Ziel dieser Zusammenführung ist es, bei den Schülern mögliche Vorurteile abzubauen und die Neugier auf den Pflegeberuf zu wecken. Gerade jungen Menschen mit sozialer Ader kann "Pflege on tour" einen Anreiz verschaffen, den Pflegebereich als eine Berufsoption zu sehen.
Schüler der Realschule Ebern trafen im Seniorenheim Knetzgau auf ein wohlvorbereitetes Team der Arbeiterwohlfahrt. Anika Kuhbandner, die stellvertretende Hausleitung, und Pflegedienstleiterin Sandra Kempf empfingen die Schüler mit ihrer Lehrerin Dr. Nina Hagen.
Die Klasse erfuhr zunächst alles über die in einem Seniorenheim tätigen Berufsgruppen und wurde dann über die Verdienstmöglichkeiten in den unterschiedlichen Pflegeberufen aufgeklärt. Dabei lernten die Schüler, dass die Verdienstmöglichkeiten in der Pflege viel besser sind, als landläufig angenommen. Auch dass es viele Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen in der Pflege gibt, war neu für die "Pflege in tour"-Teilnehmer.
Zwei Praktikanten beschrieben, mit welchen Tätigkeiten sie das hauptamtliche Personal und die Bewohner unterstützen. Als Besonderheit stellten die beiden den Aufbau der Pflegeeinheiten als sogenannte "Hausgemeinschaften" heraus: In jeder Hausgemeinschaft koordiniert eine Hauswirtschafterin gemeinsam mit den Bewohnern den Speiseplan. Die Senioren können sich bei der Zubereitung der Speisen jederzeit beteiligen. Das erinnert an früher und schafft Alltagsnormalität. Außerdem bleiben beim Mithelfen Alltagsfähigkeiten länger erhalten.
Im praktischen Teil übten die Realschüler die Eingabe einer Mahlzeit, bevor sie sich gegenseitig mit einer Hebevorrichtung aus dem Pflegebett in einen Stuhl manövrierten. Dass die Schüler dabei Spaß hatten, war unübersehbar. Die gelöste Stimmung setzte sich bei der Rollstuhl-Übung fort. "Lachen und Späße sind im Seniorenheim äußerst willkommen, da sich die gute Stimmung auch auf die Bewohner überträgt," sagt Sandra Kempf, die auch gerontopsychiatrische Fachkraft ist. red