Hinter den sechs Angeklagten im "Goldbergsee-Prozess" liegt eine bewegte Vergangenheit. Alle erzählten gestern vor der Großen Jugendstrafkammer aus ihrer Kinder- und Jugendzeit.

Teils sind sie in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen, aus dem Heim geflogen. Bei einem der jungen Männer verstarb der Vater früh, beim nächsten leben die Eltern getrennt. Schule und Lehren wurden vorzeitig abgebrochen ("Ich hatte keinen Bock mehr" und "Ich war damals einfach zu faul"). Kein Abschluss, phasenweise arbeitslos, mindestens einer hat Schulden. Nach eigenen Angaben in falsche Kreise geraten, dann vorbestraft und jetzt Bewährung. Mehrere der mutmaßlichen Täter nehmen oder nahmen Medikamente, unter anderem wegen ADHS - also einer schon im Kindesalter beginnenden psychischen Störung.

Das gravierendste Problem verbindet alle sechs gleichermaßen: massiver Alkoholkonsum ("Ich schieße mich häufiger komplett weg und dann weiß ich nichts mehr") und vor allem Drogen: von Cannabis, Speed, Ecstasy bis Kokain - das volle Programm.

Pläne für die Zukunft

Alle Angeklagten sind nach eigenen Worten aber nicht süchtig, hätten problemlos und ohne Hilfe vor geraumer Zeit mit Drogen aufgehört. Und alle haben wieder Ziele: die angefangene Polsterer-Lehre beenden, vom gelernten Maurer zum Vorarbeiter aufsteigen oder sich vom Schichtarbeiter hocharbeiten. Das eigene Leben soll wieder besser sortiert werden und vor allem: Sie möchten auf eigenen Füßen stehen. Der Maurergeselle will eine Familie gründen und ein eigenes Haus bauen. oph