Vincent Schorn aus Ebern und Jule Greul aus Breitbrunn überzeugten bei US Open/World Martial Championships in Orlando/Florida mit starken Leistungen. Beim größten Kampfsportturnier der Welt erkämpften sie sich dreimal den zweiten Platz (Jule Greul) und einmal den dritten Rang (Vincent Schorn). Insgesamt nahmen mehr als 5000 Sportler aus allen Kontinenten an dieser Weltmeisterschaft teil.
Die Sportler kamen auch aus den verschiedensten Stilrichtungen wie Karate, Taekwondo, Kung Fu, was die Sache natürlich nicht einfacher machte. Auch die ungewohnte Kampfzeit von einmal 90 Sekunden war für die Eberner gewöhnungsbedürftig, da sie sonst immer zwei bzw. dreimal zwei Minuten kämpfen. Bei 90 Sekunden Kampfzeit ist eine taktische Umstellung kaum noch möglich. Das heißt, ein vor dem Kampf zurechtgelegtes, taktisches Konzept funktioniert oder nicht.


Dem Vollkontakt ähnlich

Vincent Schorn kämpfte in der Disziplin "Continuous", das heißt ohne zu stoppen, ähnlich dem Vollkontakt in Deutschland. Bei der Schutzausrüstung gab es auch keine Regelung. Es konnte auch mit normalen Turnschuhen gekämpft werden. Schorn traf im ersten Kampf auf einen Taekwondo -Kämpfer der jamaikanischen Nationalmannschaft, die auch an den letzten Olympischen Spielen teilgenommen hat. Der ungewöhnlich schnelle Kampfstil verwirrte das deutsche Lager erst einmal. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Der Jamaikaner entschied den Kampf mit 2:1 Kampfrichterstimmen für sich, was nach Meinung der Eberner Delegation auch in Ordnung ging. Da dieses Turnier im K.-o.- Modus gekämpft wurde, war das gleichzeitig das Aus für den Eberner in dieser Disziplin.


17 Kämpfer im Pointfighting

Anschließend kämpfte Schorn in seiner Paradedisziplin, dem Pointfighting. Die Klasse war mit 17 Sportlern sehr stark besetzt. Im ersten Kampf traf der Eberner auf einen Südafrikaner, danach auf einen Sportler aus Guatemala und im dritten Kampf auf einen deutschen Nationalmannschaftskämpfer des Verbandes ICO. Alle drei Duelle gewann Schorn.
Im Halbfinale traf er auf einen Texaner. Eine Sekunde vor dem Schlussgong führte Schorn noch mit einem Punkt. Der US-Amerikaner startete seinen letzten Angriff und traf in der letzten Sekunde mit einem gedrehten Kick den Kopf von Schorn und entschied den Kampf mit einem Punkt Vorsprung für sich. Für den Eberner bedeutete dieser Treffer das Aus und gleichzeitig den dritten Platz. Der US-Amerikaner gewann das Turnier.


Greul wächst über sich hinaus

Die zehnjährige Jule Greul aus Breitbrunn wuchs bei diesem Turnier über sich hinaus. Zunächst kämpfte auch sie in der für sie völlig ungewohnten Disziplin "Continuous". Erschwerend kam hinzu, dass es in den Klassen keine Gewichts- und Größenlimits gab. Jule Greul kämpfte sich von Sieg zu Sieg und stand im Finale gegen eine Sportlerin aus Amerika, die mindestens um einen Kopf größer und rund 20 Kilogramm schwerer war.


Größennachteile

Die Amerikanerin überwalzte die zierliche Gymnasiastin mit ihren gerademal 29 Kilogramm regelrecht. Jule Greul platzierte zwar immer wieder gute Stopsidekicks, da aber durchgekämpft wurde, "schluckte" die Amerikanerin diese und ging boxend weiter nach vorne. Jule Greul verlor knapp mit 1:2 Punkten.
Am zweiten Tag trat die Breitbrunnerin in ihrer eigentlichen Disziplin, dem Pointfighting, sowie in der ihr fremden Disziplin Clash Fighting an. Im Pointfighting gewann sie die ersten drei Kämpfe klar, zwei davon sogar mit technischer Überlegenheit. Im Finale traf sie auf eine Sportlerin aus Guatemala, die ihr ebenfalls körperlich überlegen war. Dennoch lieferten sich beide Athletinnen einen packenden Kampf mit dem glücklicheren Ende für die Sportlerin aus Guatemala. Im Eberner Lager war man aber über die zwei zweiten Plätze sehr zufrieden.


Zweimal im Finale

Im Clash Fighting wird ebenfalls durchgekämpft jedoch dürfen nur drei Techniken nacheinander ausgeführt werden, dann muss sich wieder vom Gegner gelöst werden. Jule Greul gewann gegen eine Mexikanerin sowie eine Sportlerin von den Bahamas. Im Finale traf sie wieder die Kämpferin aus Guatemala.
Wie schon eine paar Stunden zuvor entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe, doch der Sieg ging wieder an die Sportlerin aus Guatemala. Aber drei Vizeweltmeisterschaften für die noch junge Jule Greul ließ keine schlechte Stimmung auf Eberner Seite aufkommen. Coach Schorn zeigte sich mit den Leistungen seiner beiden Schützlinge sehr zufrieden. di