Susanne Deuerling Eine kluge Entscheidung nennt der alte und neue Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) den Beschluss, in der neuen Legislaturperiode mit drei Bürgermeistern zu arbeiten. Die Aufgaben werden nicht weniger, im Gegenteil, und da ist es sinnvoll, sie auf mehr Schultern zu verteilen. Nachdem der bisherige Zweite Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) ohne Gegenkandidat mit 8:5 Stimmen im Amt bestätigt wurde, erhielt Michael Wunder von der CSU ebenfalls ohne Gegenkandidat das uneingeschränkte Vertrauen des Gremiums mit 13 Stimmen für das Amt des dritten Bürgermeisters. Wunder war im Wahlkampf für die CSU als Bürgermeisterkandidat angetreten und erst in der Stichwahl verlor er knapp gegen den Kandidaten der Freien Wähler, Michael Pöhnlein.

Auch neue Marktgemeinderäte konnte Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) bei dieser konstituierenden Sitzung in der Nordwaldhalle begrüßen. Vereidigt wurden Margarete Wunder-Blinzler (CSU), Luisa Hertel (CSU) und Julian Wachter (SPD). Eine Verabschiedung der ausgeschiedenen Marktgemeinderäte findet aufgrund der Corona-Krise zu einem späteren Zeitpunkt in einem würdigen Rahmen statt. Am Anfang der Sitzung wurde des langjährigen Gemeinderats und früherem Zweiten Bürgermeisters Gerhard Schneider gedacht, der kürzlich verstorben ist.

Neuer Rat, neue Legislaturperiode

Der neue Gemeinderat des Marktes Nordhalben setzt sich wie folgt zusammen: Erster Bürgermeister ist Michael Pöhnlein (FW); Zweiter Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) und Dritter Bürgermeister Michael Wunder (CSU). Die neuen Gemeinderäte der CSU: Manfred Köstner, Luisa Hertel, Margarete Wunder-Blinzler und Hans Blinzler. Von der SPD sind Michael Franz und Julian Wachter als Räte gewählt und von den Freien Wählern Michael Büttner, Bernd Daum, Horst Wolf gen. Schmidt und Albert Färber.

Beauftragte neu ernannt

Für den Abwasserzweckverband Ölsnitz-Rodachtal, der in Zusammenarbeit mit Geroldsgrün besteht, wurden folgende Verbandsräte bestimmt: Als gesetzter Vertreter ist der erste Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) dabei, außerdem Michael Wunder (CSU) und als Vertreter Hans Blinzler (CSU) und Ludwig Pötzinger (FW), hier als Vertreter Albert Färber (FW). Die Bestellung erfolgte einstimmig.

Neue Jugendbeauftragte sind die beiden neuen jungen Gemeinderäte Luisa Hertel (CSU) und Julian Wachter (SPD). Für die Belange der Biodiversität bleibt auch in der neuen Amtsperiode Michael Büttner (FW) verantwortlich.

Einstimmig wurde vom Gremium beschlossen, die Satzung zur Regelung des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts und den Erlass einer Geschäftsordnung auf eine der nächsten Sitzungen zu vertagen. Bis dahin sollen die bisherigen Verordnungen in Kraft bleiben, sodass sich auch die neuen Marktgemeinderäte damit befassen und einlesen können. Dann wären Änderungen auch leichter einzuarbeiten.

Das Leerstandsmanagement soll auch für die nächsten zwei Jahre weiterlaufen. Alle Fraktionen waren sich einig, dass man mit dem Planungsbüro Linß & Pecher einen sehr guten Griff getan habe. Die Verlängerung wurde einstimmig beschlossen.

Der Bauantrag der Firma Adler GmbH & Co. Grundstücksverwaltungs- und Beteiligungsges. KG in Nordhalben auf Erweiterung der Fertigungshalle mit Halleneinbau im Bestand wurde einstimmig bewilligt.

Nordhalben-Fond

Für die Marienkapelle wurde von einer Bürgerin eine Marienfigur gespendet. Es wurde ein Sockel angefertigt, der zu dem vorhandenen für eine bereits vorhandene Figur passt. Ein ortsansässiger Handwerker hat diesen gefertigt und nun stellte Hans Blinzler (CSU) den Antrag, die Kosten von rund 300 Euro, es wurde nur für Material berechnet, aus dem Nordhalben-Fond zu bezahlen. Nach kurzer Diskussion wurde der Antrag von Bernd Daum (FW) und Ludwig Pötzinger (FW), den Betrag aus dem laufenden Haushalt zu finanzieren, angenommen.

Die alljährliche Bezuschussung an den Gartenbauverein Nordhalben in Höhe von 1.200 Euro aus dem Nordhalben-Fond wurde auch in diesem Jahr einstimmig genehmigt.

Nutzungsentgelte Nordwaldhalle

Im Vorfeld der Sitzung hat sich die Verwaltung Gedanken gemacht, wie die Nutzungsentgelte für die Nordwaldhalle neu geregelt und angepasst werden können. Hier wird unterschieden in einheimische und auswärtige Vereine und Veranstaltungen, kommerzielle Veranstaltungen oder sportlicher Übungsbetrieb. Margarete Wunder-Blinzler (CSU) reklamierte, dass hier teilweise sehr starke Erhöhungen im Raum stünden, zum Beispiel für die kleine Halle um 40 Prozent, die große Halle um 24 Prozente, und der gesamte Bereich um 16 Prozent. Sie meinte, dass gerade jetzt eine Erhöhung nicht angebracht sei und besser auf Ende des Jahres verschoben werden solle. Bürgermeister Michael Pöhnlein meinte, dass das Entgelt für Vereine in der kleinen Halle von 6,46 Euro je Stunde auf neun Euro steigen würde. Man wolle die Vereine "nicht abzocken", aber es muss eine Erhöhung geben schon in Bezug auf die Haushaltskonsolidierung. Auch Zweiter Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) vertrat diesen Standpunkt und meinte, dass 2,50 Euro pro Stunde keinem Verein wehtun würden.

Zuzüge zu verzeichnen

Es wurde beschlossen, dass sich die Fraktionen Gedanken machen und Vorschläge einbringen sollten, damit in drei Monaten erneut beraten und entschieden werden kann. Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) betonte, dass die Situation in Nordhalben nicht gerade einfach sei, aber mit Unterstützung des Freistaates Bayern und der Regierung von Oberfranken schon viel erreicht werden konnte. Natürlich muss man dazu auch die "Hausaufgaben" machen, die gefordert werden. Eine große Herausforderung wird nun sein, die Infrastruktur zu halten. Bei 1637 Einwohnern ist diese jedoch noch auf über 3000 Bürger ausgelegt.

Positiv wertete Pöhnlein die Anfragen, die für Zuzüge aus der Stadt kommen. Er appellierte an die Hausbesitzer, hier akzeptable Preise zu verlangen. "Wir müssen auch teilweise neue Wege gehen, aber wir sollten alle an einem Strang ziehen, damit wir die nächsten Jahre gut durch die stürmische See bringen."