Knapp 3,41 Millionen Menschen in ganz Deutschland waren zum Jahreswechsel 2017/2018 als pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SDBG XII) eingestuft. Zu diesen gehörten im Kreis Bad Kissingen 4664 Menschen, die auf Pflege angewiesen waren. Das waren 829 oder 21,6 Prozent Pflegebedürftige mehr als zwei Jahre zuvor.

Dabei kletterte die Zahl der vollstationär in Pflegeheimen Versorgten (inklusive Kurzzeitpflege) um 150 (11,7 Prozent), das waren 1436 Personen. Ambulante Dienste wurden in 1214 Fällen ergänzend zur häuslichen Pflege oder ausschließlich in Anspruch genommen, das waren 324 Fälle mehr als Ende 2015 als diese Zahlen zuletzt erhoben wurden. Damit wurden bei uns rund 74 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause betreut. Das sind im Bundesvergleich etwas weniger als im bundesweiten Schnitt, den die Statistiker mit 75,7 Prozent angeben.

Zu Hause oder bei Angehörigen

Endstation Pflegeheim? Im Zuge der Corona-Pandemie sind die Seniorenresidenzen aller Angebotsklassen verstärkt in den öffentlichen Fokus geraten. Tatsächlich verbringt die überwiegende Mehrzahl der Älteren den Lebensabend aber eher zuhause oder bei Angehörigen. Im Kreis Bad Kissingen waren es zuletzt 3228, also rund 69 Prozent der Pflegebedürftigen. Davon erhielten 2014 ausschließlich Pflegegeld, wurden also allein durch Angehörige oder privat organisierte Hilfe gepflegt, weitere 1214 nahmen entweder ausschließlich oder zusätzlich Leistungen von ambulanten Pflegediensten in Anspruch.

Statistische Unschärfe

In Pflege- und Seniorenheimen wohnten demgegenüber dauerhaft 1364 Frauen und Männer. Dazu kam die vollstationäre Kurzzeitpflege mit 72 Plätzen. Zusammen 1436, wobei es eine statistische Unschärfe gibt, weil Kurzzeitpflegeplätze von mehreren Personen nacheinander und auch von Menschen, die sonst zuhause gepflegt werden, genutzt werden können.

Alle zwei Jahre nehmen die Statistischen Landesämter den Pflegebereich unter die Lupe. Auskunftspflichtig sind die Träger der Pflegedienste und Pflegeheime und die Pflegekassen und privaten Versicherungsunternehmen für die Daten über die Pflegegeldleistungen. Die Daten zum Stichtag 31. Dezember 2019 liegen aber frühesten in 2021 vor.

Doch auch mit dem aktuellen Datenmaterial lässt sich feststellen, dass sich mit dem gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Berufstätigkeit die Pflege wandelt: Wo sich bis vor ein, zwei Generationen noch Angehörige, insbesondere die (Schwieger-)-Töchter, kümmerten, übernehmen heute zunehmend professionelle Pflegekräfte: Vor allem das Waschen und Füttern von kranken, zuweilen geistig verwirrten, Älteren und hilfsbedürftigen Hochbetagten, wird heutzutage von ambulanten Pflegediensten übernommen, oft noch vor dem Lebensabend auch im Heim.

Entlohnung in der Diskussion

Der Job der Altenpflegenden ist bei steigender Seniorenzahl krisensicher, gutes Pflegepersonal ist gefragt, aber die Entlohnung steht aktuell in der Diskussion. Zum Jahresende 2017 waren 601 Pflegerinnen und Pfleger bei hiesigen Pflegediensten angestellt, 108 mehr als bei der Erhebung zwei Jahre zuvor mit damals 493.

Insgesamt gab es zum Stichtag der jüngsten Erhebung im Kreis Bad Kissingen 25 Pflegedienste. Zwei Jahre zuvor waren es 23 Pflegedienste.

Die Zahl der Pflegeheime liegt bei 35, die Zahl der dort Beschäftigten bei 1241. Vor zwei Jahren hatte es 36 Heime mit 1308 Beschäftigten gegeben. Zwei weitere Jahre zuvor - Ende des Jahres 2013 - lag der Personalstand der hiesigen Pflegedienste noch bei 495 und in den Heimen bei 1237.

Zahl der Plätze gesunken

Im Zweijahresvergleich ist die Zahl der vorhandenen Pflegeplätze in der vollstationären Dauerpflege von 1579 Ende 2015 zum Jahreswechsel 2017/18 auf 1548 Plätze gesunken. Damit kämen also derzeit umgerechnet 1,25 Pflegeheimbewohnende auf jeden Beschäftigten. Indes, auch da gibt es eine statistische Unschärfe, das exakte Verhältnis von Pflegenden und zu Pflegenden wird nicht erfasst: Zum Personal zählen nämlich alle: Auch Chefin, Chef, Geschäftsführende und die nicht pflegenden Mitarbeiter (von Ausnahmen abgesehen) aus der Buchhaltung eines Pflegeheims. Teja Banzhaf/zds