Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung haben die Stadtbücherei und die Kulturabteilung der Stadt Coburg den Autor Norbert F. Pötzl mit seinem Buch "Der Treuhand-Komplex" eingeladen. Dieser wird am Donnerstag, 1. Oktober, um 19 Uhr im Saal des Kunstvereins sein 2019 erschienenes Buch vorstellen. Der Eintritt ist frei. Anmeldung in der Stadtbücherei unter Telefon 09561/89-1420 oder E-Mail an stadtbuecherei@coburg.de.

Kapitalistisches Monster, Zombie der Wiedervereinigung, erinnerungskulturelle Bad Bank: Negative Zuschreibungen prägen in Medien und Literatur das Bild der Treuhandanstalt, die 1990 zur Privatisierung der "volkseigenen" DDR-Unternehmen gegründet wurde. Der Treuhand wird angelastet, dass damals zweieinhalb Millionen Menschen ihre Arbeitsplätze verloren, dass Biografien brüchig und Lebensentwürfe zerstört wurden. Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall ist die Treuhand noch immer das Feindbild für viele Ostdeutsche, Sündenbock für ökonomische Fehlentwicklungen und neuerdings auch Erklärungsmuster für das Auftreten von Rechtspopulisten und Rechtsextremisten. Aber die gefühlten Wahrheiten und Legenden überwuchern oft die historischen Tatsachen.

Der langjährige Spiegel-Redakteur Norbert F. Pötzl durchdringt rational das Dickicht komplexer Vorgänge, heißt es in einer Pressemitteilung. Als einer der Ersten hat er Einsicht genommen in die internen Treuhand-Akten, Gespräche mit Betroffenen, Akteuren, Politikern und Wissenschaftlern geführt. Sensibel, aber auch sachlich argumentierend rückt er Vorurteile und falsche Behauptungen zurecht. red