B ereit für den Blitz? Am Montag, 5. Februar, stürzten die Aktienkurse in New York plötzlich heftig ab. Das ging "schnell wie der Blitz". Auf Englisch heißt Blitz "Flash" und Zusammenbruch "Crash", also spricht man von einem "Flash Crash", einem blitzschnellen Zusammenbruch. Immer wieder in der Börsengeschichte gab es solche Ereignisse, durch die manche Anleger viel Geld verloren haben.
Im Neuen Testament wird viermal das Wort Blitz erwähnt, immer im Zusammenhang mit endzeitlichen Ereignissen.
Zweimal ist die Rede vom Erscheinen des Menschensohnes, also Jesus als Messias im Endgericht: "Wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein." (Matthäus 24,17) und "wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein." (Lukas 17, 24).
Das Wiederkommen des Messias wird also plötzlich sein und die ganze Welt umfassen. Doch im Gegensatz zur Börse können wir uns nicht mit einem "Stop Loss Limit" (bei einem gewissen Verlust wird die Aktie so schnell es geht verkauft) absichern. Die Gegenwart Gottes wird so lebendig und umfassend sein, dass jeder und jede sich vor ihr verantworten muss.
Zugleich ist dieser Menschensohn, Jesus, auch unser Held. Manche kennen den heldenhaften TV-Serien-Raumfahrer "Flash Gordon" (also "Gordon, der Blitz"). Dieser zeichnete sich durch die Schnelligkeit seiner Reaktionen aus, mit der er zahlreiche schreckliche Gefahren überstehen und die Welt immer wieder retten konnte.
Einen solchen Helden gibt es auch in der Auferstehungsgeschichte, nämlich den Engel am leeren Grab: "Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee." (Matthäus 28,3) Während die bösen Wachsoldaten vor Schreck umfallen, spricht dieser Engel den Frauen am Grab Mut zu: "Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat."
Und schließlich ergeht es dem Bösewicht der Heilsgeschichte so, dass er einmal blitzschnell fallen wird: "Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz." (Lukas 10, 18)
Wir können uns weder auf den eigenen Tod vorbereiten noch auf das Endgericht. Es kann so plötzlich kommen, wie ein gewaltiger Meteoriteneinschlag unsere Zivilisation vom einen Moment zum anderen auslöschen kann. Doch inmitten von noch so viel Gefahr gilt Christinnen und Christen der Ruf des Auferstehungsengels: "Fürchtet euch nicht!"
Der Grund unserer Furchtlosigkeit ist, dass wir Jesus, den Auferstandenen, kennen. Seine Stärke ist größer als der Tod. Seine Vergebung überstrahlt unsere Schuld. Sein Trost durchdringt unser Leid. So können wir gewiss und gelassen leben. Denn am Ende erwartet uns das liebevolle Angesicht Jesu

(Martin Hild ist evangelischer Pfarrer in Oberlauringen.)