Im Mittelpunkt der Jahresversammlung des Kreisverbandes der ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei) in Zeil stand ein umfangreicher Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Stefan Zettelmeier. Er verwies auf zwei beeindruckende Exkursionen, einmal zum Institut für Biodiversität in Ebern, wo der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, Klaus Mandery, sein Institut vorstellte und über die Wiesen im Gelände der ehemaligen Kaserne führte. Ferner besuchte die Partei, wie sie mitteilte, unter Führung von Michael Groß das Vogelbiotop in den Baunach-Auen bei Kraisdorf (Gemeinde Pfarrweisach).
Mit Blick auf die politische Arbeit nannte der Vorsitzende zwei Anträge an den Kreistag, die die ÖDP-Kreisräte Klemens Albert und Rainer Baumgärtner eingebracht hatten. Der Antrag "Kein Einsatz von Pestiziden auf landkreiseigenen Flächen" sei angenommen worden. Einverstanden zeigte sich der ÖDP-Kreisverband mit der Behandlung des mit anderen Kreistagsfraktionen gemeinsam eingereichten Antrags zum Thema "Steigerwald" (Kontroverse um Nationalpark). Um für die Zukunft die Chance zu wahren, gemeinsam mit allen Kreistagsfraktionen Möglichkeiten der Entwicklung des Steigerwalds zu diskutieren und zu erarbeiten, wurde auf eine Abstimmung verzichtet, wie Stefan Zettelmeier die Mitglieder in der Versammlung erinnerte.


Initiativen und Aktionen

Zurzeit beteiligt sich die ÖDP, so Zettelmeier, aktiv an der Durchführung des Volksbegehrens "Betonflut eindämmen", wofür der erste Schritt mit dem Erreichen der nötigen Unterschriften geschafft worden sei. Als nächstes Vorhaben des ÖDP-Kreisverbandes nannte er einen Vortrag, der über den vorgesehenen Rückbau des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld informiert. Er findet am Mittwoch, 21. März, ab 19.30 Uhr in der Stadiongaststätte in Haßfurt statt.
Für die im Oktober stattfindenden Landtags- und Bezirkstagswahlen konnte der Kreisvorstand die Kandidaten des Stimmkreises 604 (Haßberge/Rhön-Grabfeld) präsentieren. So stellte sich als Direktkandidat für den Landtag der pensionierte Sonderschulrektor Klemens Albert aus Kraisdorf vor. Als Listenkandidat stellt sich hier der Biolandwirt Dietmar May aus Junkershausen zur Wahl. Für die Bezirkstagswahlen treten als Direktkandidat der Einkaufsleiter Reinhard Hümmer aus Burgpreppach und auf der Liste der Erzieher Rainer Baumgärtner aus Zeil an. Alle Bewerber stellten Grundzüge ihrer politischen Überzeugungen vor, mit denen sie sich den Wählern im Herbst präsentieren wollen.
Da die bisherige Schriftführerin Esther Wagenhäuser in den Kreis Schweinfurt weggezogen ist (und dort gleich den Kreisvorsitz der ÖDP übernahm), wurde Catharina Fastenmeier an ihre Stelle gewählt. Mit einem gewissen Stolz präsentierten Vorstandsmitglieder die neu bearbeitete Homepage des Kreisverbandes (www.oedp-hassberge.de). Diese sei "aktueller als die der meisten anderen Parteien", sagte Zettelmeier.
Ein laut ÖDP-Angaben diskussionswürdiges Thema brachte Stefan Rippstein aus Knetzgau in die allgemeine Aussprache ein: die vom Knetzgauer Bürgermeister Stefan Paulus angestrebte Westumfahrung, um den Ortskern vom Verkehr zu entlasten. Nicht immer mehr Flächenverbrauch und Wachstumsdenken seien angesichts einer Überversorgung zu favorisieren, sondern eine Reduktion der Verkehrsflut, meint die ÖDP zu dieser Idee.


Auszeichnungen

Für langjährige Mitgliedschaft in der ÖDP überreichte Stefan Zettelmeier Urkunde und Anstecknadel: für 30 Jahre an Konrad Kreuzer, für 20 Jahre an Heike Ort und Dieter Sauer sowie für zehn Jahre an Jürgen Werner und Reinhard Hümmer. Ka