Die aktuelle Auswertung der AOK zum Krankenstand für 2017 zeigt: Im Landkreis Haßberge sind AOK-versicherte Arbeitnehmer kränker als im bayernweiten Vergleich. Mit 5,8 Prozent liegt der Krankenstand deutlich über dem Bayernwert von 4,7 Prozent, wie die Krankenkasse dieser Tage mitteilte. Der Krankenstand kletterte zudem im Landkreis um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Obwohl im vergangenen Jahr weniger Arbeitnehmer wegen Erkältung zu Hause bleiben mussten, waren Atemwegserkrankungen laut Krankenkassenangaben der häufigste Grund für eine Krankschreibung. 48,5 Krankmeldungen je 100 erwerbstätige AOK-Mitglieder gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Haßberge wegen dieser Krankheitsart. Demgegenüber entfielen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen 37,9, auf Erkrankungen des Verdauungssystems 19,2 und auf Verletzungen 20,6 von 100 Arbeitsunfähigkeitsfällen. "Geht es um die Dauer der Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen von allen Krank-heitsarten immer noch die meisten Ausfalltage", erklärt Lothar Zachmann von der AOK in Schweinfurt, die auch für den Kreis Haßberge zuständig ist.


Im Schnitt 7,27 Tage krank

Statistisch gesehen war deswegen 2017 jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer aus dem Landkreis Haßberge 7,27 Tage krank geschrieben. 3,21 Fehltage ergeben sich aus Atemwegserkrankungen, 4,0 Krankheitstage wegen Verletzungen. Insgesamt (in Summe mehrerer Erkrankungen) war im Freistaat durchschnittlich jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer 17 Kalendertage krank, im Kreis Haßberge waren es im Schnitt sogar 21,27 Tage.
Unverändert gibt es in Bayern ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Während in Oberfranken der Krankenstand mit 5,4 Prozent am höchsten war, betrug er in Oberbayern lediglich 4,1 Prozent. In Unterfranken lag er bei 5,2 Prozent. Ursachen hierfür sind den Angaben zufolge: Nordbayerische Unternehmen haben deutlich ältere Belegschaften, oberbayerische Arbeitgeber dagegen profitieren von einem starken Zuzug jüngerer Arbeitnehmer.
"Um arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden, unterstützen wir Unternehmen aus unserer Region im betrieblichen Gesundheitsmanagement", sagt Lothar Zachmann. Allein im AOK-Bereich Schweinfurt - deckungsgleich mit der Region Main-Rhön (das sind die vier Kreise Haßberge, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Schweinfurt und die Stadt Schweinfurt) - nutzen jährlich über 120 Unternehmen diesen Service, wie die Krankenkasse weiter informierte. Bayernweit waren es allein im letzten Jahr mehr als 2800. Dabei zählte etwa jedes dritte Unternehmen zum verarbeitenden Gewerbe, jedes fünfte Unternehmen gehörte der Gesundheits- und Sozialbranche an. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen profitieren von individuellen Angeboten für einen gesunden Arbeitsplatz. Rund 40 Prozent der Unternehmen mit langfristigen Projekten zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) beschäftigen weniger als 100 Mitarbeiter. Die AOK Bayern stemmte damit eigenen Angaben zufolge mehr als jedes sechste BGF-Projekt in der gesetzlichen Krankenversicherung deutschlandweit. red