Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Lohnprellerei in der Baubranche haben in der Region einen Millionenschaden verursacht. Das behauptet die Gewerkschaft IG Bau und beruft sich auf eine aktuelle Auswertung des Bundesfinanzministeriums.

Danach kontrollierten Beamte des Hauptzollamtes Schweinfurt, das auch für den Landkreis Forchheim zuständig ist, im vergangenen Jahr insgesamt 290 Baufirmen und leiteten 402 Ermittlungsverfahren ein. Wegen illegaler Praktiken in der Branche entgingen dem Staat und den Sozialkassen demnach 3,7 Millionen Euro.

Der IG-Bau-Bezirkschef Gerald Nicklas spricht von einem "erschreckenden Ausmaß krimineller Energie". Hier stehe das Image einer ganzen Branche auf dem Spiel. "Sauber wirtschaftende Firmen dürfen nicht wegschauen, wenn sich Konkurrenten nicht an die Regeln halten. Gerade die Corona-Krise hat ja gezeigt, wie wichtig die Bauwirtschaft als Stütze der Konjunktur auch in der Region ist", meint Nicklas.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bau-Umsätze in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz Pandemie um rund sieben Prozent. "Das beste Mittel gegen unerlaubte Geschäfte am Bau ist ein fairer Wettbewerb zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen", fordert der Gewerkschafter.

Die Arbeitgeber hätten in der laufenden Tarifrunde die Chance, die Bauberufe für Fach- und Nachwuchskräfte attraktiver zu machen. Entscheidend sei aber auch, dass der Zoll schwarze Schafe noch stärker in den Blick nehme. Laut Finanzministerium seien beim Hauptzollamt Schweinfurt zu Jahresbeginn 172 Planstellen besetzt. red