Die Coburg eng verbundene Chinawissenschaftlerin und Privatdozentin Dorothee Schaab-Hanke hält am Donnerstag, 7. Juni, um 18 Uhr in der Landesbibliothek Coburg einen Vortrag mit dem Titel "Von der Lust des Adels am Lesen über ferne Welten: Ein Blick auf frühe Bücher mit Chinabezug aus den Sammlungen der Coburger Herzöge".
Vor dem 16. Jahrhundert war der Ferne Osten für die Europäer eine weitgehend unbekannte Welt. Das änderte sich im 17. Jahrhundert durch den zunehmenden Überseehandel in den östlichen Meeren, durch erste Tributgesandtschaften und vor allem durch die katholische Mission in Fernost. Jesuitische Missionare vermittelten erste Informationen über Land und Leute, Kultur und Religion der Chinesen, und viele Adlige in Europa begannen sich, unter anderem inspiriert durch König Ludwig XIV in Frankreich, für Palast- und Gartenbauten im chinesischen Stil zu begeistern, so auch die Mitglieder der Ernestinischen Linie der Wettiner, zu denen die Coburger Herzoginnen und Herzöge gehören. Die Ernestiner in Coburg, Gotha, Meiningen, Weimar und all ihren anderen Residenzstädten sammelten unter anderem asiatisches Porzellan, bauten exotische Kunstkammern auf und legten Büchersammlungen an mit kostbar hergestellten Karten, landeskundlichen Werken über China und seine Nachbarländer und zahlreichen Reiseberichten über diese Region.
In der aktuellen und noch bis zum 25. August dauernden Foyerausstellung "Wege nach Cathay" der Landesbibliothek ist eine kleine, aber feine Auswahl dieser von Ernestinern gesammelten China-Preziosen zwischen Buchdeckeln zu bewundern. Einige von ihnen lassen sich durch Exlibris und handschriftliche Vermerke sogar bestimmten Personen zuordnen, etwa der Gandersheimer Äbtissin Elisabeth Ernestine Antonie von Sachsen-Meiningen (1681-1766). Mit diesen Personen und den von ihnen gesammelten Büchern, ihren Vorlieben und vielleicht auch Sehnsüchten nach fernen Ländern befasst sich dieser Vortrag.
Alle Interessierten sind bei freiem Eintritt eingeladen. Der Vortrag dauert etwa 60 Minuten. Vor und nach dem Vortrag besteht die Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung, teilt die Direktorin der Landesbibliothek, Silvia Pfister, mit. red