Der Rathausplatz in Röttenbach hat sich verändert. Er ist eine riesengroße Baustelle. Wie er nach Fertigstellung aussehen wird, zeigten am Samstag, dem Tag der Städtebauförderung, Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) und die verantwortlichen Planer Klaus Scheuber und Bernd Ernst interessierten Bürgern bei einem Rundgang.
Das Rathaus-Umfeld ist der erste Bauabschnitt eines großen Projektes, entlang des Röttenbachs eine zweite Ortsachse entstehen zu lassen. Vor allem für Radler und Fußgänger, denn um von Norden nach Süden zukommen, müssen sie bislang die viel befahrene Hauptstraße nutzen. Auf ihr fahren täglich 12 000 Fahrzeuge.
Herzstück des ersten Abschnitts ist der Platz vor den bestehenden Gebäuden. Da die Gemeinde ein Haus am Südrand kaufen und abreißen konnte, öffnet sich der Blick nach Süden auf einen Weiher. Genauer: Es wurden zwei kleine Teiche zusammengelegt.


Bis 1,30 Meter tief

Hier sind die Bauarbeiten fast fertig. Der Auslauf der Regenwasserrohre in den Weiher ist schon gemauert. Aus einer Fläche von rund 7000 Quadratmetern - inklusive der Dachflächen der bestehenden Gebäude - fließt das Regenwasser in den Weiher. "Wir peilen eine Wassertiefe von 1,20 bis 1,30 Meter an", erläuterte Scheuber.
Im Moment genießen nur ein Entenpaar und viele, viele Schwalben das noch ganz flache Gewässer. Es wird bald begrünt sein, ist sich der Planer sicher. Denn trotz der vielen Erdbewegungen sprießt schon wieder das Röhricht. Es dient der Wasserqualität und verhindert, wie in jedem Himmelsweiher, ein Umkippen in trockenen Sommern.
Eine Umwälzpumpe ist nicht vorgesehen, aber auch kein Besatz mit Karpfen. Eine Verbindung zum nahe fließenden Röttenbach gibt es nicht. Trotzdem mussten zwei wasserrechtliche Genehmigungen für die Baumaßnahmen eingeholt werden.


Wintergarten ist fertig

Schon fertig ist am Rathaus auch der Wintergarten neben der Bücherei. Er wird zum einen den Faire-Welt-Laden aufnehmen, zum anderen soll der lichtdurchflutete Raum neben der Bücherei Vereinen und Gruppen zur Verfügung stehen. "Wie der Bürgertreff", beschrieb es Wahl. Und dazu kommt noch eine Terrasse davor.
Hinter der Linde daneben versteckt sich das technische Herz des Platzes: eine neue Trafostation. Sie ist nötig für die Beleuchtung und die geplanten Stromladesäulen, inklusive Tesla-Schnellladesäule. Für ihre Nutzung wird sich Röttenbach einem Ladeverbund anschließen. "Wer lädt, zahlt den Strompreis der Gemeinde und erhält seine Rechnung über seinen Stromanbieter", erläuterte Wahl das vorgesehene System.
10 000 Tonnen Aushub wurden schon bewegt. Jetzt wird die tiefste Installationsschicht fertig gestellt. Dicke blaue Rohre für das Regenwasser, orange für Schmutzwasser und die deutlich dünneren Wasserleitungsrohre verschwinden unter der Erde. Je 500 Meter Rohr sind das.
Der Bauhof wird nicht verlagert, aber angepasst. Wann der zweite Bauabschnitt des Vier-Millionen-Projekts, der Radweg vom Ehrenmal zum Rathaus, kommt, ist noch offen. Denn Röttenbach muss hierfür private Grundstücke erwerben. Ähnliches gilt für Abschnitt drei, die Fortsetzung nach Süden.
Die Städtebauförderung beträgt rund 50 Prozent der Baukosten. "Ohne sie wäre das Vorhaben nicht umsetzbar", betonte Wahl.