Die Gebietsreform in Bayern wurde von 1971 bis 1980 realisiert. Sie hatte das Ziel, leistungsfähigere Gemeinden und Landkreise zu schaffen. Das sollte durch größere Verwaltungseinheiten erreicht werden, die nach Ansicht der Staatsregierung effizienter arbeiten.
Am 1. Juli 1972 traten an die Stelle der bisher 143 bayerischen Landkreise 71 neue Landkreise. Die Zahl der kreisfreien Städte verringerte sich von 48 auf 25.
1972 ist das Geburtsjahr des Landkreises Haßberge. 46 Jahre ist es her, dass die drei Landkreise Ebern, Hofheim und Haßfurt zu einem Landkreis zusammengelegt wurden. "Das war eine schwierige Geburt", beschrieb der CSU-Politiker Albert Meyer (92), der 19 Jahre als Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium gewirkt hatte, vor sechs Jahren bei der 40-Jahr-Feier die Anfänge des Kreises Haßberge. Gemeinsam mit dem ersten Landrat, Walter Keller, gilt Meyer als einer der "Väter" des Landkreises.
Der erste Regierungsentwurf hatte den Landkreis Haßberge zumindest so nicht vorgesehen. Ursprünglich war geplant, dass die Städte, Märkte und Gemeinden der Landkreise Haßfurt, Hofheim und Ebern aufgeteilt werden auf die drei Landkreise Bamberg, Coburg und Schweinfurt.
Namhafte Politiker wie eben Albert Meyer und Walter Keller setzten sich aber dafür ein, einen ländlichen Landkreis zwischen den Kreisen Schweinfurt und Bamberg zustande zu bringen. Und das gelang.
Umstritten war auch der Name. Die einen schlugen vor, man sollte den Kreis nach der Kreisstadt Haßfurt benennen, andere meinten, dieser Name würde der Vielfalt der Regionen zwischen Coburg, Bamberg und Schweinfurt nicht gerecht. Vor allem die Eberner und Hofheimer waren gegen Haßfurt.
Der Kreistag plädierte am 16. Oktober 1972 mehrheitlich für einen Namen, der landschaftsbezogen sein sollte. Man einigte sich auf die Kurzformel, die bereits seit langem die Aktenordner als Arbeitstitel geschmückt hatte: auf Landkreis Haßberge. ks