JOsef Hofbauer

Die fränkischen Maß-Einheiten für (Fest)Bier sind die Mooß und das Seidla. Ein "Schnitt", wie ihn einige Gäste wünschen, wird auf dem Annafest nicht ausgeschenkt. Größenmäßig beziffert Schenkkellner Stefan (34) vom Nürnberger-Tor-Keller den Schnitt auf etwas mehr als die Hälfte eines Seidla oder einer Maß.
Ein "Spruuz" oder ein "Maulvoll" sind quantitativ überhaupt nicht definiert."Das ist, wenn ich kurz den Bierhahn auf und zudrehe", erklärt Dieter Torner vom Schneider-Keller. "Das ist eine Gefühlssache des Schenkkellners oder des Wirtes", definiert die Bedienung Jenny vom Nürnberger-Tor-Keller den Spruuz", den sie mit einem Maulvoll in etwa gleich setzt. Torner stimmt zu.
Gastwirt Christoph Kauer vom Fässla-Keller dagegen widerspricht. "Ein Maulvoll ist bei mir mehr als ein Spruuz." In seiner Wirtschaft geht das Maulvoll auf Kosten des Wirtes.
Und ein Naacherla? "Das ist der Rest Bier, den die Gäste übrig lassen, weil es warm geworden ist. Größenmäßig nicht zu befiffern. "Etwa Boden verdeckt", meint Jenny. Aus Erfahrung schätzt Gastronom Christoph Kauer das Naacherla auf fünf Zentiliter "wenn ich das beziffern müsste." Gänzlich ungebräuchlich in Franken ist die "Preußenhalbe", mit 0,4 Liter. Und auch der Pfiff , der im Lexikon als halbes Seidel ausgewiesen wird, ist in Franken unbekannt. "So was gibt's bei uns in Franken nicht" betont Christoph Kauer. "Das wär höchstens eine Spätfolge, wenn das Bier schlecht war."