lea winkelmann Noch fünf Meter bis zum Ziel. Die rote Kompassnadel auf der Anzeige des GPS-Gerätes dreht sich in Richtung Norden und kommt vor buschigem Grün zum Stehen. Wie jetzt? Durch das blättrige, pieksige Gestrüpp den Hang runter, oder was? Na dann ab durch die Mitte.

Wer auf digitale Schatzsuche gehen will, darf nicht zimperlich sein. Selten stürzt ein Geocacher sich über befestigte Wege ins Abenteuer. Viel öfter geht es über unwegsames Gelände und durchs Unterholz.

Jetzt, im Sommer, ist Hochsaison für Schatzsucher. Geocaching heißt diese Freizeitbeschäftigung, bei der mithilfe eines GPS-Gerätes die Koordinaten eines versteckten Caches, dem Schatz, gesucht werden. Diese etwas andere Form der Schnitzeljagd ist inzwischen sehr beliebt. Gerade für Familien lässt sich die digitale Schatzsuche gut nutzen, um eine sonst eher langweilige Wanderung für die Kinder spannender zu gestalten. Der Sonntagsausflug wird damit zu einer abwechslungsreichen Schatzsuche. Verhindert nicht gerade eine Schneeschicht die Sicht, lassen sich Geocaches das ganze Jahr über suchen oder verstecken.

Die ersten Schritte

Über das Internetportal geocaching.com registriert sich jeder Nutzer zu Beginn, um dann das Angebot gelegter Caches in der Region in Erfahrung zu bringen. Dort können die Schatzkoordinaten direkt auf das GPS-Gerät geladen werden. Es wird jedoch nicht unbedingt ein spezielles GPS-Gerät benötigt, um Geocaches bergen zu können. Ist die App von geocaching.com installiert, so ist es möglich, sich unter Navigation des Smartphones auf Schatzsuche zu begeben. Wird das Suchgebiet Lichtenfels eingegeben, dann spuckt die Suchmaschine auf geocaching.com 1025 gelegte Schätze im Umkreis aus. Mit kreativen Namen wie "Der Weg zum Kies 1", "Der Wasseraufzug" oder "Smaugs Sumpf" geben die Schatzleger aus Lichtenfels oftmals kleine Hinweise auf das Versteck, das sie für die Schätze verschiedener Größe ausgesucht haben.

Hinweise für die Suche

Was man sich nun genau unter "Smaugs Sumpf" vorstellen kann, findet nur heraus, wer sich selbst unter die Schatzsucher begibt. Verraten wird nichts - doch auf der Suche nach dem Cache ist Vorsicht geboten: Das Geheimnis der versteckten Schätze muss gewahrt und vor Muggeln, so werden die Nicht-Schatzsucher im Geocaching-Fachjargon genannt, geheim gehalten werden. Die Caches sind immer genau an der Stelle wieder unauffällig zu positionieren, an der sie gefunden wurden, damit die nächsten Schatzjäger den Cache mit denselben Koordinaten finden können. Geocaches gibt es in verschiedenen Größen - am gängigsten sind in unserer Region die Formen mikro, klein, mittel und groß. In jeder Box befindet sich ein Logbuch, in das der eigene Geocaching-Name geschrieben wird. Viele Boxen enthalten zudem kleine Gegenstände wie beispielsweise Sammelfiguren, die getauscht werden dürfen. Doch auf den Inhalt kommt es den meisten Schatzjägern gar nicht an. Vielmehr sind es die oftmals außergewöhnlichen Verstecke und Orte, zu denen die Schatzjäger während ihrer Suche geführt werden. Meist führen die Routen quer durch das Unterholz und manchmal enthalten sie sogar kleine Klettereinlagen. Festes Schuhwerk ist also anzuraten.

Jeder entdeckte Schatz kann auf der offiziellen Website als gefunden eingetragen werden, was dann durch den Besitzer des Caches anhand des Logbuchs kontrolliert wird. Den registrierten Schatzsucher ist es nämlich möglich, selbst Geocaches zu verstecken. Wer einen kleinen Tipp zum Versteck haben möchte, bekommt diesen in verschlüsselter Form auf der Beschreibungsseite des Geocaches.

Caches auf allen Kontinenten

Bereits seit 20 Jahren lassen sich Schatzjäger auf der Suche nach einem Cache durch das Gelände führen. Der erste Cache wurde im Jahr 2000 in Amerika gelegt. Mittlerweile gibt laut der offiziellen Website über drei Millionen Geocaches weltweit. Auf allen Kontinenten befinden sich Caches - sogar in der Antarktis. Es lohnt sich, das GPS-Gerät in den Reisekoffer zu packen und sich über Caches in der Nähe des Urlaubsortes zu informieren. Ideal ist so eine kleine Schatzsuche als spannende Abwechslung während des Strandurlaubes, zwischen Sonnen und Baden.