Bereits zum 69. Mal trafen sich am Samstag die aus ihrer Heimat vertriebenen Deutschhauser in ihrer Patenstadt Lichtenfels, um die Erinnerung an ihre sudetendeutsche Heimat wachzuhalten.
Wie immer kamen die aus ganz Deutschland angereisten Heimatvertriebenen aus Deutschhause zunächst am fahnengeschmückten Gedenkstein im Bergschlosspark zusammen, um unter der feierlichen musikalischen Umrahmung durch die Banzberg Musikanten ihrer Verstorbenen zu gedenken. Seit fast sieben Jahrzehnten würden sich die vertriebenen Landsleute aus Deutschhause alljährlich in ihrer Patenstadt treffen, betonte die Ortsbetreuerin der Deutschhauser, Gerda Ott aus Stuttgart. Wahrscheinlich könnten nur wenige Heimatorte aus dem Sudentenland so viele Heimattreffen in ununterbrochener jährlicher Folge vorweisen. "Durch die alljährlich stattfindenden Treffen ist für uns Lichtenfels zu einer neuen Heimat geworden, die uns Geborgenheit und Schutz vermittelt", machte die Ortsbetreuerin voller Dankbarkeit deutlich. Gerda Ott sprach auch die Heimatstube im Obergeschoss des Rathauses an, in der die Deutschhauser seit 1984 ihre Heimatsammlung untergebracht hatten, und die momentan durch den Rathausumbau nicht nutzbar ist, in der Hoffnung, dass sie vielleicht zum 70. Heimattreffen wieder geöffnet werden kann. Im Gedenken an die im letzten Jahr verstorbenen Deutschhauser, die sie namentlich verlas, stellte sie eine Blumenschale am Gedenkstein nieder. Die stellvertretende Landrätin Monika Faber betonte, dass sich die Kreisstadt nicht nur um ein gutes Verhältnis zu ihren Partnerstädten gekümmert habe, sondern auch die Beziehung zu ihrem Patenort Deutschhause gefördert habe. Sie erinnerte daran, dass der einstige Bürgermeister Günther Hauptmann, unter dessen Schirmherrschaft ein Naturdolomitstein als Gedenkstein 1965 im Bergschlosspark aufgestellt wurde, ebenfalls ein Sudetendeutscher war.
Alfred Thieret