Negative Bilder von abgestorbenen Fichten, dürren Kiefern oder durstigen Buchen wollte der Revierförster Wolfgang Meiners beim Waldbegang in Ermershausen am Donnerstag den neuen Gemeinderäten ersparen. Er suchte sich als Besichtigungsorte die "Sahnestücke" des Ermershäuser Gemeindewaldes heraus: einen Mischwald mit Buchen, Eichen, Kiefern und vor allem der Elsbeere, die mit der Trockenheit gut leben kann.

Unter den schattigen Bäumen am ersten Haltepunkt bei der Rundfahrt durch den Gemeindeforst wachsen Elsbeere, Buche und weitere Pflanzenarten wie der Weißdorn, Maiglöckchen oder Seidelbast nach, die ein gesundes Ökosystem belegen. Ein weiterer Haltepunkt war die rund 160 Jahre alte Weißtanne, die weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist und weit in den Himmel ragt. Rund 250 000 Nachkommen wurden aus ihrem Samen bereits gezüchtet, teilte Meiners der neuen Naturpark-Rangerin Katja Winter mit, die erstmals bei dem Waldbegang in Ermershausen dabei war.

Nicht weniger prominent war ein anderer Haltepunkt, der nach Auskunft von Meiners schon Studenten aus ganz Deutschland angelockt hat: ein Eichenwald mit bis zu 500 Jahre alten Bäumen, in dem aufgrund der vielen nachwachsenden Bäume, der "Naturverjüngung", kaum ein Durchkommen ist.

Weil es für die neuen Gemeinderäte der erste Waldbegang war, wartete in der Lichtung vor den altehrwürdigen Eichen ein Sektempfang auf die Bürgervertreter. Meiners leugnete natürlich nicht, dass Trockenheit und Borkenkäfer auch dem Ermershäuser Wald zusetzen. Vor allem die Fichten werden den Klimawandel nicht überstehen, waren sich die Förster Meiners und Jürgen Hahn vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt einig.

Dennoch steht der Ermershäuser Wald besser da als viele benachbarte Wälder. In Ermershausen habe man seit langem auf Mischwälder gesetzt, die sich durch Naturverjüngung erhalten, hieß es. Angepflanzte Elsbeeren seien zu 80 Prozent angewachsen, sagte Meiners. Sie seien vital und hätten einen Schuss von 35 Zentimetern gemacht. Auch Eichen könnten durch die Naturverjüngung nachwachsen und hätten bereits tiefe Wurzeln geschlagen. Wegen ihres tiefen Wurzelwerks seien sie die Zukunft des Waldes. Zudem seien Eichen in allen Altersstufen im Ermershäuser Forst zu finden.

Mit dem Eichenprozessionsspinner gebe es noch keine Probleme. Diese könnten jedoch mit fortschreitendem Klimawandel noch kommen, erfuhr der Rat.

Die Holzpreise seien nach wie vor im Keller und betrügen nur noch ein Viertel vom Normalpreis. Mittlerweile habe man bereits das 4,5-Fache der durchschnittlichen Einschlagmenge erreicht, sagte Hahn. Vom Käfer befallene Fichten müssten 500 Meter vom Wald entfernt gelagert werden, um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern.

Dennoch sah Hahn auch Licht am Horizont. "Wir haben Wiebke, Kyrill und andere Stürme überstanden. Der Wald wird auch die derzeitige Krise überleben", machte Hahn Hoffnung.