Es waren schon unglückliche Verkettungen von Umständen, die einen 32-jährigen Lagerarbeiter am Dienstag vor Gericht brachten. Geschichte um einen Streit, einen Rollladen und eine Sachbeschädigung.

Es war der 7. Dezember 2019, und in einer Lichtenfelser Beziehung kam es zu einem Streit. Nichts von übergroßem Belang, aber bedeutsam genug, dass die Freundin des 32-Jährigen diesem empfahl, doch bei sich daheim zu nächtigen. Als der Mann ging, war er nicht sortiert und ließ seinen Schlüsselbund liegen. Dann merkte er bald, dass er in seine Wohnung nicht reinkam und das Wetter änderte sich. Es war trocken. Noch. "Ich bin durch die Straßen gegangen und irgendwann hat es zu regnen begonnen und es war kalt", so der Mann gegenüber Richterin Daniela Jensch. Irgendwann habe er darum den Entschluss gefasst, zu seiner Freundin zurückzukehren um nach dem Schlüssel zu verlangen. Es war 4.40 Uhr.

Als der Mann bei seiner Freundin klingelte, machte er eine Feststellung: "Die Klingel war ausgeschaltet." Beim Versuch, seine Freundin anzurufen, traf er noch eine weitere Feststellung: "Das Handy war leer." Die Folge: "Also habe ich ans Rollo geklopft." Er klopfte, er klopfte noch einmal, er klopfte stärker und irgendwann sprang das Rollo aus seiner Halterung und über den Vermieter seiner Freundin wurde der Begriff Sachbeschädigung ins Spiel gebracht. Aber: "Der Rollo war nicht kaputt, er war nur ausgehängt", erklärte der Mann.

Auch seine Freundin wurde in den Zeugenstand gerufen und die 29-Jährige versicherte, dass sie damals zwar ge-, aber nicht verstört wurde. Überdies sei der Rollo von sachkundiger Hand auch bald wieder eingehängt worden. "97 Euro für 15 Minuten Arbeit." Es kommt nicht oft vor, dass ein Vertreter der Staatsanwaltschaft von sich aus sagt, man könne ein Verfahren getrost einstellen. "Aus meiner Sicht, ja", so Staatsanwalt Mario Geyer. Damit endete ein kurzes Verfahren, das auch komische Züge trug. Es war 11.11 Uhr.