Ein spektakulärer Zug mit einer Länge von etwa 500 Metern bewegt sich derzeit auf der Bahnstrecke Neuenmarkt-Bayreuth. Seine unspektakuläre Bezeichnung: "RM 900 S" - ein Zusammenschluss von verschiedenen Waggons, Maschinen, Apparaten, und jeder Menge Technik. Er gliedert sich in drei Abschnitte: Aushubmaschine, Siebwagen und Stopfmaschine. Seine Aufgabe: Gleis- und Weichenerneuerung für die DB Netz AG im Bereich zwischen Trebgast und Harsdorf. 300 laufende Meter schafft diese Reinigungsmaschine in einer Stunde.
Es ist schon erstaunlich, wie viele verschiedene Arbeitsschritte dabei in einem Abwasch erledigt werden. Kräftige Arme wühlen sich in den Schotter links, rechts und zwischen den Gleisen, und fräsen den Untergrund weg. Das gesamte Material wird über Laufbänder wegtransportiert, in verschiedenen Waggons gesiebt, und - jetzt gereinigt - wieder in die vorher entstandenen Lücken gefüllt. Zwischenzeitlich werden die Schienen samt Schwellen mit einer anderen Maschine in der Luft gehalten, damit sie nicht absacken. Die folgende Stopfmaschine verdichtet den Untergrund gleich wieder und die Schienen liegen wieder plan.
In einem anderen Zugabschnitt kann ein fahrbarer Kran neue Schwellen von einem Waggon aufnehmen und sie dorthin transportieren, wo andere eventuell ausgetauscht werden müssen. Neun Mann Personal sind notwendig, um diesen Monsterzug zu bedienen.
Zur reibungslosen Abwicklung sind auch Arbeiten außerhalb der geschützten Nachtzeit von 22 bis 7 Uhr sowie die zeitweise Sperrung von Bahnübergängen notwendig. Und zwar noch bis zum 9. April. Dann zieht der ganze Tross weiter. Denn die Firma Spiske aus Großbeeren bei Berlin ist mit diesem Gerät auf Schienen in ganz Europa im Einsatz.