Im Februar 2020 hatte die Wählergemeinschaft Pretzfeld-Altreuth beim Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILE) "Fränkische Schweiz Aktiv" einen Antrag auf Förderung für die Errichtung eines Seniorenbewegunsplatzes und eines Kinderspielplatzes gestellt. Die Kosten waren auf 15 000 Euro geschätzt. Von der ILE sollte das Projekt etwa 8500 Euro erhalten. Zudem gibt es Spendenzusagen in Höhe von 1600 Euro.

"Die Verwaltung hat nach dem Erhalt der entsprechenden Unterlagen den Vorgang geprüft", erklärte Erster Bürgermeister Steffen Lipfert (FW) in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates. Dabei habe sich herausgestellt, dass es sich bei der geplanten Fläche um eine kartierte Biotopfläche, also eine Feuchtwiese, handelt. Diese scheidet als Bewegungs- und Spielplatz aus. Im Juni wurde der Antrag der WPA deshalb geändert. Der Spielplatz am Sportgelände in Pretzfeld sollte nun für das Vorhaben genutzt werden.

Vorsicht, Überschwemmung

Die WPA schlug in einer Präsentation vor, dass hier die große Hecke zurückgeschnitten werden sollte. Drei kleine Bäume, die bachseitige Hecke und Pflastersteine im hinteren Bereich sollten entfernt werden. Zudem sollte die Wippe versetzt werden. Weiterhin war vorgeschlagen worden, die Tore am Bolzplatz zu erneuern, einen Wasserspielplatz anzulegen und zwei Bewegungsgeräte anzubringen. Die Gesamtkosten hierfür waren auf 23 800 Euro geschätzt.

Allerdings liegt der Spielplatz an der Trubach und somit in einem Überschwemmungsgebiet. Für die Umsetzung der Idee müssten wasserrechtliche Genehmigungsverfahren eingeleitet und Vorgaben des Naturschutzes berücksichtigt werden. Für eine geplante Matschanlage, die durch Grundwasser befeuchtet werden soll, wäre ebenfalls eine behördliche Zustimmung nötig. "Außerdem beträgt die Lieferzeit dieser Anlage nach Herstellerangaben etwa zwölf Wochen", fügte Lipfert hinzu und wies darauf hin, dass damit der vorgegebene Endtermin, um die Förderung zu erhalten, nicht eingehalten werden könne.

Deshalb schlug er vor, dass die beiden Bewegungsgeräte und eine Sitzgelegenheit am Spielplatz Altreuth aufgestellt werden sollen. Hier ist viel Platz und es ist kein Fluss in der Nähe. Die Tore am Bolzplatz könnten ebenfalls erneuert werden. Die Kosten für diese Umsetzung wurden von der WPA auf etwa 15 300 Euro geschätzt. "Mit dieser Summe kann die Vorgabe der ILE zur Förderung eines Kleinprojektes eingehalten werden", meinte Lipfert. Nach Abzug der Förderung und der Spenden könnten die restlichen Kosten in Höhe von etwa 5200 Euro von der Gemeinde getragen werden.

Die Gemeinde würde die Maßnahme vorfinanzieren und das finanzielle Risiko tragen, sowie die Betreiberverantwortung übernehmen. Dem stimmten die Marktgemeinderäte mit einer Gegenstimme zu.

Diskussionen um einen Zaun

Nach der Sitzung fanden sich Zuhörer vor der Schule zusammen, die das Vorgehen diskutierten. Dass die Geräte am Spielplatz Altreuth aufgestellt werden, fanden sie gut. Allerdings missfiel den Bürgern, dass der Spielplatz nicht umzäunt ist. Jugendbeauftragte Tanja Dvorak kannte das Thema und erklärte, dass Hundebesitzer umzäunte Spielplätze als Auslauf und Toilette für ihre Tiere genutzt hatten. Das Thema soll nun mit dem Bürgermeister diskutiert werden.