Das Caritas-Hospizhaus "Lebensraum" hat seine großflächige Gartenanlage eingeweiht. Die Gartenanlage zwischen dem Caritas-Seniorenheim St. Josef und dem stationären Hospiz sei so konzipiert worden, dass die Bewohner beider Häuser selbst, aber auch Angehörige, Freunde und Besucher erfahren sollen: "Hier bin ich willkommen, hier fühle ich ein Stück Zuhause", sagte Caritas-Vorstand Hermann Beckering bei der offiziellen Einweihung.

Anlage mit viel Natur

Dabei habe das Planungsteam sorgfältig zwischen dem technisch Möglichen, dem wirtschaftlich Sinnvollen und dem ethisch Gebotenen abwägen müssen. Das Gartenkonzept der naturbezogenen Anlage, so Beckering, ziele auch darauf ab, den Aktionsradius bewegungseingeschränkter Senioren zu berücksichtigen und damit zugleich auch deren soziale Teilhabe maßgeblich zu erweitern. Die Senioren sollten dadurch ein Stück weit mehr Lebensqualität erfahren und zudem sollten auch Jung und Alt zusammengebracht werden, betonte Hermann Beckering.

Der Caritas als Träger des Pflegecampus sei es wichtig, diese Wohnanlage nicht nur als Versorgungsort zu sehen, sondern als einen in den Sozialraum integrierten Lebensort, bis zuletzt. Das Ziel der Caritas sei in diesem Sinne vor allem auch ein gesellschaftspolitisches, nämlich die Förderung und Verbreitung einer solidarischen und mitmenschlichen Sorgekultur, im Leben und im Sterben, in der Region, so der Vorstandsvorsitzende.

Coburgs Dritter Bürgermeister Thomas Nowak erinnerte an den langen und oftmals beschwerlichen Weg, der gegangen werden musste, um ein Hospiz für Coburg zu ermöglichen. Viele hätten an diesem Ziel mitgearbeitet und auch die Stadt Coburg und der Landkreis hätten sich mit einem Investitionskostenzuschuss in Höhe von 800 000 Euro an dem Projekt beteiligt. Aber ohne das persönliche Engagement einiger Unermüdlicher wäre es vielleicht nicht gelungen, ein Hospiz in Coburg zu etablieren. Nowak blickte dabei - in Richtung Helga und Michael Schadeberg und den damaligen Caritas-Geschäftsführer Richard Reich. Am 22. Juni 2018 konnte das stationäre Hospizhaus eröffnet werden. Seit dieser Zeit hätten viele Gäste ihre letzte Lebensphase gut versorgt und betreut leben können, sagte Nowak.

Mit dem Hospizgarten sei ein weiteres Stück "Lebensraum" für die Gäste entstanden. Im Garten sei Platz für Kommunikation und Begegnung und ebenso die Möglichkeit für den persönlichen Rückzug geschaffen worden. Den Gästen des Hauses wünschte der Sozialreferent, dass sie den Garten genießen könnten und dadurch Erleichterung von dem bisher Ertragenen oder noch Bevorstehenden fänden. Und vielleicht werde dieser Garten auch ein Ort für die Mitarbeiter, in dem sie ein bisschen Zeit und Erholung bekämen.

Helga Schadeberg, Vorsitzende der Stiftung Lebensraum - ein Hospiz für Coburg, erinnerte an die Idee, die vor vielen Jahren der Arzt und Professor Martin Alfrink, der Jurist Ludwig Frenking und Pfarrer Michael Schadeberg hatten, ein stationäres Hospiz zu planen. Es war für die Menschen gedacht, die zu Hause nicht gepflegt werden können. Mit Richard Reich, dem damaligen Geschäftsführer des Caritasverbandes, sei ein Partner gefunden worden, der diesem Projekt positiv gegenüberstand. des