Am 22. Juli ist der internationale Tag der Hängematte. Ein Tag wie geschaffen dafür, innezuhalten, sich zu entspannen und die Natur besonders zu genießen. Wie viele Feiertage kommt auch der Tag der Hängematte aus den USA und wird dort als National Hammock Day seit vielen Jahren gefeiert. Der Tag ist eine tolle Gelegenheit, ein paar Stunden zu relaxen - ob das nun in der eigenen Hängematte geschieht oder an einem anderen Ort, bleibt jedem selbst überlassen.

Der Kreisfachberater Guntram Ulsamer nimmt den Tag der Hängematte zum Anlass, um auf die Vorzüge und vielfältigen Möglichkeiten hinzuweisen, die der eigene Garten oder ein Balkon zu bieten haben. Hierzu hat er Edgar Brohm aus Goßmannsdorf, der die Arbeit mit der Natur schätzt und liebt, besucht und ihm ein paar Fragen gestellt.

Wettergegerbt tritt ihm der 67-jährige Gartenexperte in seinem Garten entgegen. Eine besondere Persönlichkeit, die für den ökologischen Gartenbau steht und seit vielen Jahren Menschen praktisches Wissen mit Fachvorträgen und Schnittkursen vermittelt. Im nördlichen Landkreis Haßberge ist er als Gartengestalter und Pflanzenexperte bekannt.

Herr Brohm, ein Gärtner aus Leidenschaft, wie kamen Sie dazu?

Brohm: Dies liegt bei mir sozusagen in den Wurzeln, da ich aus der Region stamme und viel Wissen von meinen Eltern vermittelt bekommen habe. Ich begann vor vielen Jahren als Hobbybaumschuler mit der Anzucht von serbischen Fichten im Hausgarten. Ich war damals als Einzelhandelskaufmann tätig und hatte gesundheitliche Probleme. 1995 hängte ich dann meinen Job an den Nagel und begann ganz von vorne als selbstständiger Gärtner. Ich bin also Autodidakt und habe meinen Wissensdurst über Jahre durch den Besuch von Vorträgen wie beispielsweise an der baye-rischen Landesanstalt zusammengetragen. Grundsätzlich sammle ich seit mehr als 25 Jahren Erfahrungen durch meine Tätigkeit und habe die Einstellung, nur durch biologische Hilfsmittel zurechtzukommen. Dies klappt hervorragend.

Was für eine Bedeutung hat der Garten für Sie?

Der Garten ist meine Wohlfühl-oase, in der ich mich erhole und ausspanne. Meiner Leidenschaft als Pflanzenliebhaber wird der Garten durch unterschiedliche Bereiche gerecht. Ich sammle winterharte Kakteen aus der ganzen Welt und habe hinter dem Haus einen kleinen Gartenteil für sie speziell reserviert. Im Vorgarten habe ich eine Sammlung besonders attraktiver Gehölze und Bäume angelegt. Die Nadelbäume habe ich vor Jahren aus meinem Garten verbannt oder die Kronen beschnitten.

Gemüse und Tomaten baue ich im südlichen Gartenteil an und kann uns teilweise mit den Erträgen gut versorgen. Im letzten Jahr habe ich mehr als 350 Meter Tropfschläuche verlegt, um Wasser zu sparen. Damit habe ich großen Erfolg, weil die Wassermenge um zwei Drittel zurückgegangen ist. Bei lang anhaltender Trockenheit bewässere ich den Gemüsegarten aus meiner Wasserzisterne in der Nacht für zwei Stunden, die Blumenbeete mit trockenheitsverträglichen Pflanzen dagegen nur einmal die Woche.

Was können Sie anderen Gartenbesitzern für einen Tipp geben?

Die richtige Bewirtschaftung und die Pflanzenauswahl werden in Zeiten des Klimawandels und des Verlustes an ökologischen Lebensräumen besonders wichtig. Wichtig im Garten sind Sträucher und Blumen, die als Lebens- und Nahrungsraum für Insekten und Kleinsäuger dienen. Mit einem breiten Angebot an robusten trockenheitsverträglichen Sträuchern und Stauden kann jeder Gartenbesitzer selbst attraktive, pflegeleichte Pflanzungen anlegen. Besonders attraktiv gerade für Kinder sind Obstgehölze auf schwach wachsenden Unterlagen, von denen während des Jahresverlaufs Kirschen, Himbeeren oder Äpfel genascht werden können. Der Garten muss Spaß machen, und zwar Menschen jeglichen Alters. Damit schafft sich der Gartenbesitzer ein lebendiges und gesundes Umfeld und kann, wie ich, entspannt aus einer Hängematte heraus den Garten genießen.

Die Fragen stellte Kreisfachberater Guntram Ulsamer.