Der allgemein bekannte Frühjahrsaufschwung brach infolge der Covid-19-Pandemie im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg ein. Die Arbeitslosenquote stieg in den vergangenen vier Wochen im Agenturbezirk um 0,5 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 2,8 Prozent, teilt die Agentur mit.

Dabei konnte die Anmeldung von Kurzarbeit noch den Anstieg der Arbeitslosigkeit bremsen, wie auch Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, mitteilt: "Der Arbeitsmarkt geriet im April durch die vom Virus hervorgerufenen wirtschaftlichen Folgen und Gegenmaßnahmen zunehmend unter Druck. Das schlägt sich in einem sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit nieder. Dieser wurde jedoch durch die rege Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld deutlich abgemildert. Seit Beginn der Corona-Krise haben im Agenturbezirk Bamberg-Coburg insgesamt 5624 Betriebe Kurzarbeit für voraussichtlich 73 640 Arbeitskräfte angezeigt. Viele Kündigungen wurden dadurch vermieden."

Die meisten Arbeitslosmeldungen kamen im vergangenen Monat aus dem verarbeitenden Gewerbe (359 Personen), insbesondere aus der Metall- und Elektroindustrie (154 Menschen). Neben der Zeitarbeit (260 Personen) sind auch der Handel (250 Entlassungen) sowie das Gastgewerbe (156 Personen) stark betroffen. Aber auch 86 Selbstständige meldeten sich arbeitslos.

Die Corona-Krise hinterließ im April am Arbeitsmarkt auch in der Stadt Coburg deutlich ihre Spuren. Anstatt durch die sonst übliche Frühjahrsbelebung zu sinken, kletterte die Arbeitslosenzahl um 165 Personen (+14,0 Prozent) auf 1346. Im Vergleich zu 2019 stieg der Bestand Arbeitsloser um 246 oder 22,4 Prozent. Es verloren 48,3 Prozent mehr Menschen ihre Beschäftigung als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig fanden 28,1 Prozent weniger einen neuen Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im vergangenen Monat um 0,7 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 4,8 Prozent.

In den vergangenen vier Wochen meldeten die Arbeitgeber aus der Stadt Coburg 82 sozialversicherungspflichtige Stellen. Das sind 141 (- 63,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Auch im Landkreis Coburg wurde durch die Folgen der Pandemie der saisonale Frühjahrsaufschwung im April abrupt gestoppt. Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich in den vergangenen vier Wochen um 213 Personen (+12,9 Prozent) auf 1870. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wuchs die Zahl der registrierten Arbeitslosen um 362 Personen (+24,0 Prozent). Es verloren 61,1 Prozent mehr Menschen ihre Beschäftigung als im Vorjahr. Gleichzeitig fanden 16,1 Prozent weniger einen neuen Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 Prozent (März 3,3 Prozent, Vorjahr 3,0 Prozent).

Der Arbeitgeberservice bekam in diesem Monat 69 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote aus dem Landkreis gemeldet. Das waren 128 (- 65,0 Prozent) weniger als im April 2019. red