Der Weg ist frei für den Neubau eines Discounters in Zeil. Wie bereits berichtet, will Lidl einen neuen Markt direkt am ersten Kreisel von Haßfurt kommend bauen. Einstimmig sprach sich der Bauausschuss des Stadtrates in seiner Sitzung am Dienstag für dieses Vorhaben aus. Die Bauarbeiten sollen im Sommer beginnen und der Umzug vom derzeitigen Laden in der Sander Straße in das neue Domizil im Jahr 2022 erfolgen.

Einen Tag vor der Bauausschusssitzung hatte der Stadtrat in seiner Sitzung ebenfalls grünes Licht gegeben. Hier wurde die notwendige zweite Änderung des Bebauungsplanes vollzogen. Peter Ruck, der Inhaber des Technischen Büros Werner aus Eltmann führte die eingegangenen Anregungen der Träger öffentlicher Belange aus, denen der Stadtrat in Abwägungsbeschlüssen zustimmte.

Fläche von 2180 Quadratmetern

Das Bauvorhaben liegt im Geltungsbereich des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes "Sondergebiet - Einzelhandel" im Gewerbegebiet "Gröbera" und entspricht dessen Festsetzungen. Geplant ist der Lidl-Markt mit einer Bruttogeschossfläche von rund 2180 Quadratmetern, die einer Länge von 70 Metern und einer Breite von 31,2 Metern entspricht.

Auf dem Grundstück nahe der ehemaligen B 26 werde das Gebäude im westlichen Teil entstehen, erklärte Bürgermeister Thomas Stadelmann. Im Erdgeschoss sei eine Verkaufsfläche von rund 1200 Quadratmetern vorgesehen, während sich im Obergeschoss über dem Eingangsbereich die Technikräume befänden. Davor würden insgesamt 129 Kfz-Stellplätze errichtet, deren Zufahrt kurz nach dem Standort des Ortsschildes angedacht sei. Die Parkflächen würden mit Betonpflaster, die Zufahrtswege in Asphalt hergestellt.

Ein Bäcker mit Café

Zusätzlich sei im östlichen Bereich ein kleines Gebäude geplant, in dem ein Bäcker mit Café Platz finden solle. Über die Straße Sarlachen solle der Lieferverkehr für den Lidl-Markt rollen, da der Bereich für die Anlieferung im südöstlichen Bereich des Grundstücks geplant sei.

Die Fassaden des neuen Marktes sollen aus Putzflächen und Aluminiumverkleidungen sowie großen Glaselementen auf der Eingangsgiebelseite bestehen. Das Hauptdach soll als Pultdach mit einer maximalen Höhe von circa 6,5 Metern bezogen auf die Parkfläche mit einer Dachneigung von zwei Grad und einer Eindeckung aus Trapezblech ausgeführt werden. Auf dieser Dachfläche ist eine Photovoltaikanlage genehmigt, die aber erst zu einem späteren Zeitpunkt installiert werden soll. Die Nebendächer werden ebenfalls als Flachdächer ausgebildet.

Für die Entwässerung ist die Verlegung von zusätzlichen Entwässerungsleitungen erforderlich. Diese sollen in dem Grünstreifen zwischen Flurweg und dem neuen Markt verlegt und im Kreuzungsbereich Sarlachen/Flurweg an den Regen- und Schmutzwasserkanal angebunden werden.

Auch ein Lebensmittelgeschäft

In unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen Lidl-Markt soll auch ein Lebensmittelgeschäft mit Vollsortiment entstehen, wie bereits bei der Vorstellung der ersten Planungen im vergangenen Jahr bekannt geworden war.

Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister, dass er vom Bauträger, der Werner Projektentwicklung GmbH, noch keine Nachricht erhalten habe, zu welchem Zeitpunkt das verwirklicht werden kann beziehungsweise welches Handelsunternehmen den Markt führen soll.

Neben einigen privaten Bauanträgen beschloss der Bauausschuss auch, dass das Betriebsgelände am Hafen eingezäunt werden soll. Bei einer Begehung mit einem Vertreter der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB) wurde festgestellt, dass das Betriebsgelände Hafen unzureichend gegen unbefugtes Betreten abgesichert ist. Dieser Zustand soll durch die Installation eines Zaunes mit einer Gesamtlänge von circa 765 Metern, einschließlich drei Toranlagen, erheblich verbessert werden. Der Zaun soll als Stabgitterzaun mit einer Höhe von zwei Metern und einem Abstand von 7,5 Metern zur Entlastungsstraße hergestellt werden, dort wo die zulässige Höchstgeschwindigkeit 100 km/h beträgt. In den Abschnitten, in denen die Geschwindigkeit auf 70 km/h reduziert ist, darf der Zaun bis auf maximal 3,5 Meter parallel zur Entlastungsstraße angeordnet werden.

Die beiden Flächen "Kremer-Silos" und "Stahl-Gelände", auf denen die Firmen Powerment und Infire ihr Gewerbe betreiben, sollen ebenfalls mit eingefriedet werden, da über diese Flächen ebenso ein Zugang zum Betriebsgelände Hafen möglich ist. An den beiden Zufahrten, die von der Entlastungsstraße aus Richtung Norden auf das Betriebsgelände führen, sollen Schiebetore installiert werden, während an der östlichen Zufahrt zum Grundstück des Sägewerks Oppelt ein weiteres Flügeltor die Durchfahrt zum Sägewerk ermöglicht.

Brandschutz für die Mittelschule

Das Brandschutzkonzept für die Mittelschule Zeil wurde im Jahr 2010 genehmigt und wird nun aufgrund von notwendigen sicherheitstechnischen Änderungen in Absprache mit dem Landratsamt Haßberge fortgeschrieben. Dabei sollen Elektroverteilungen künftig nicht mehr in den Fluren installiert, sondern in die Innenräume verlegt werden. Die Veranstaltungsräume müssen künftig über eine Sicherheitsbeleuchtung von mindestens einem Lux verfügen und der Hausalarm wird mit blauen Handmeldern nachgerüstet. Das Alarmsignal wird sich nach den Vorgaben vom Pausenton unterscheiden.