Elf Tage mit Bahn, Rad und Bus durch Franken: Bei seiner Tourismus-Tour ist der Erlanger Landtagsabgeordnete Christian Zwanziger (Grüne) in diesem Jahr in seiner Heimat unterwegs. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Grünen-Landtagsfraktion, Ludwig Hartmann, machte er laut Pressebericht dabei auch Station im Karpfenland Aischgrund.

Am Treffpunkt in Poppenwind trafen sie Thomas Oppelt, Geschäftsführer des Vereins "Karpfenland Aischgrund", Teichwirt Leonhard Thomann, Gästeführerin Christiane Kolbet, Thomas Wächtler, Sachgebietsleiter und Wirtschaftsförderer des Landkreises, und Manfred Bachmayer, stellvertretender Landrat.

Ein komplexes Ökosystem

Beim anschließenden Spaziergang offenbarte das Mohrhof-Weihergebiet auch bei Nieselregen und Wind seine Schönheit. Geprägt durch die jahrhundertealte Tradition der Teichwirtschaft bildet die Region eine einzigartige Kulturlandschaft mit über 7000 Teichen, meist sogenannten Himmelsteichen, die durch Regenwasser gespeist werden. Als komplexe Ökosysteme bieten sie auch Lebens- und Rückzugsraum für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten.

Zwanziger freute sich, dass bei den Schilderungen des Karpfenlands Aischgrund das Fahrrad und ÖPNV eine wichtige Rolle spielen. "Nicht nur, weil ich hier aufgewachsen bin, bin ich mir sicher: Mit attraktiven, klimafreundlichen und kulinarisch leckeren Angeboten können wir Menschen für die Region begeistern." Er werde sich im Landtag weiter dafür einsetzen, dass nachhaltige Mobilität auch im Tourismus einen größeren Stellenwert bekomme und Kommunen besser ausgestattet werden.

Der Aischgrund erstreckt sich von der Aischquelle bei Marktbergel bis zur Mündung in die Regnitz bei Trailsdorf über vier Landkreise. Die Gemeinden und viele Unternehmen der Region sind im Verein "Karpfenland Aischgrund" organisiert. Hier wird das zarte Pflänzchen Tourismus gepflegt. Geschäftsführer Oppelt belegte die zunehmende Bedeutung des Tourismus für die Region sowohl an der steigenden Zahl von Anfragen als auch mit dem wachsenden Einzugsbereich. Zwar würden nach wie vor Geschäftsreisende den größten Anteil an Gästen stellen, aber auch hier seien touristische Zusatzprogramme gefragt. Radreisende, Wandertouristen und alle anderen Erholungsuchenden kommen vor allem an Wochenenden.

Zögerliche Erholung

Doch auch hier habe sich die Corona-Pandemie bemerkbar gemacht. Gästeführerin Christiane Kolbet, die in den vergangenen Jahren regelmäßig Gäste aus Nürnberg, Bayreuth und Ansbach begrüßen konnte, berichtete: "Zum eigentlichen Saisonbeginn im März brach die Nachfrage um 85 Prozent ein. Jetzt, da wieder Führungen in kleinen Gruppen möglich sind, erfolgt die Erholung nur sehr zögerlich." Dennoch bleibe das Ziel, sich als Alternative zum Ausflug in die Fränkische Schweiz zu etablieren, so Kolbet.

Eine Chance für die Region

Dabei sieht Wirtschaftsförderer Wächtler gerade in der kleinteiligen Infrastruktur und dem durch Corona bedingten Trend weg vom Städtetourismus hin zum Naturerleben auch eine große Chance für die Region. Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie könnten hier gut eingehalten und Angebote für Familien und kleine Gruppen umgesetzt werden. Bachmayer unterstrich: "Eine vielfältige Gastronomie und lebendige Ortschaften sind wichtig, um die touristischen Potenziale der Region zu nutzen."

Zum Abschied ließ es sich Teichwirt Thomann nicht nehmen, zum Abfischen eines Karpfenweihers einzuladen. "Da finden wir sicher eine Gelegenheit. Wäre ja schade, wenn die Lehrjahre in den Karpfenweihern meines Großvaters umsonst wären", schmunzelte Zwanziger. Dann schwangen sich die Abgeordneten auf ihre Fährräder und verschwanden in den Nieselregen. red