Seit 25. Mai gelten in Europa beim Thema Datenschutz neue Regeln. Dass sich etwas ändert, haben die meisten erfahren: Mitte Mai meldeten sich zahlreiche Unternehmen mit der Bitte, ihre neue Datenschutzerklärung zur Kenntnis zu nehmen. Aber kaum jemand liest und versteht diese Erklärungen.
Sind unsere Daten durch die neuen Regeln nun ausreichend vor Missbrauch geschützt? Prof. Dr. Dominik Herrmann, Inhaber des Lehrstuhls für Privatsphäre und Sicherheit in Informationssystemen an der Universität Bamberg, verneint diese Frage.
In seiner Antrittsvorlesung am Montag, 11. Juni, nähert er sich dem Thema unter dem Titel "Denn Sie wissen nicht, was sie tun - ein Plädoyer für wehrhaften Datenschutz durch Technik". In der Vorlesung belegt der Informatiker mit seinen bisherigen Studien, dass die im Datenschutzrecht vorgesehenen Mechanismen nicht immer die gewünschte Wirkung entfalten. "An Techniken, mit denen sich der Schutz der Privatsphäre technisch durchsetzen lässt, mangelt es nicht", so Herrmann. Die Bereitschaft, diese auch tatsächlich einzusetzen, sei jedoch sowohl bei Anbietern als auch bei Verbrauchern gering. Als Beispiel für erfolgreiche Modelle stellt er eine von ihm entwickelte Online-Forschungsplattform vor, auf der Internetnutzer die Sicherheits- und Datenschutz-Eigenschaften von Webseiten überprüfen und vergleichen können.
Die Vorlesung beginnt um 18.15 Uhr im Raum WE5/00.019, An der Weberei 5. Anmeldung unter www.uni-bamberg.de/informatik/psi. red