Der Rhabarber und das Wandern - wie passt das zusammen? Am Mittwoch sollte dieses Angebot des Kur- und Tourismus-Service nach knapp sechs Stunden seine Beantwortung finden. Ein Omen gab es jedenfalls schon um 10 Uhr: 25. April und 25 Teilnehmer. Das passte.


Barbarischer Rhabarber

Wohl an die 13 Kilometer galt es unter der Führung von Hildegard Wächter von Wiesen aus zu bewältigen. Das Ziel: Etwas mehr zu erfahren und besonders zu schmecken bekommen über ein Gewächs, das gesund und einst für barbarisch gehalten worden sein soll: Rhabarber. Doch diese Erfahrungen warteten in Döringstadt, aber nicht als direkte Anlaufstation, sondern über allerlei Höhenzüge und als Tourabschluss. Die Mischung aus Information und Unterhaltung kam an. Auch weil man während des Wanderns die Gepflogenheit wahrte, sich zu duzen. Nette Kumpanei für einen halben Tag gemeinsamen Erlebens. Da wäre beispielsweise die erweckte Achtsamkeit gegenüber den Gerichtsorten vergangener Zeiten gewesen. Gerichtsbarkeit fand im Mittelalter in der Landschaft statt - auch am Obermain.
Neu war vielen Mitwanderern, was manch in die Landschaft gesteckte Steine zu bedeuten haben. Es sind Sühnesteine, die von der Familie eines verurteilten Mörders für das Seelenheil des Opfers gestiftet werden mussten.


Im Kuchen und zum Hähnchen

Dem Auge bot die Tour allerlei - allein acht zwischen südöstlichem und südwestlichem Landkreis zu entdeckende Kirchtürme samt einer bemerkenswerten Weite. Letztlich die Aufklärung darüber, dass Rhabarber sprachlich tatsächlich mit Barbaren in Verbindung steht. Nur war das ein gängiger Ausdruck dafür, was dem Römer einst fremd vorkam. Eigentlich stammt der Rhabarber aus dem Himalaya, habe dann aber seinen Weg in die Spitäler Europas gefunden.
Schließlich sollte der Rhabarber zum Wanderer finden - in Kuchenform und als Rhabarber an Hähnchen bei der Döringstadterin Angelika Herbst. Sie, Genussbotschafterin von Oberfranken, bereitete den ankommenden Wanderern drei Gänge rund um den Rhabarber. Mit dieser Stärkung gelangen die restlichen Kilometer zurück nach Wiesen mit neuem Schwung. Somit war die Frage geklärt, was Rhabarber und Wandern miteinander zu tun haben könnten.