Haßfurt braucht einen kulturellen Mittelpunkt in der Innenstadt, der Menschen anzieht. Und dafür eignet sich am besten das Fachwerkhaus in der Hauptstraße 35. Es muss unbedingt und bald saniert werden. Ein Konzept zum Ausbau des Hauses für Kultur und Kunst sollte erstellt und die Bürgerschaft beteiligt werden. Das sind die Kernaussagen, die das Kulturforum Haßfurt in einer Mitgliederversammlung getroffen hat, wie aus einem Bericht des Forums hervorgeht.
Mittlerweile ist es ein fester Begriff geworden: das Kunsthaus, das im stolzen Fachwerkgebäude in der Hauptstraße 35 in Haßfurt entstehen soll. Eigentlich sieht es mit der Verwirklichung gut aus, meint das Forum, denn der Stadtrat Haßfurt hat eine weitere Planung freigegeben und zwei Millionen Euro in den Haushalt gestellt.
Das Kulturforum Haßfurt befürwortet jedenfalls weiterhin das Vorhaben, dort ein Kultur- und Kunstzentrum einzurichten. Um die eigenen Vorstellungen zu überdenken und zu bekräftigen, trafen sich die Vereinsmitglieder in dem Fachwerkhaus. "Wir wollen eine breite Beteiligung aus unserem ganzen Verein", leitete der Vorsitzende Horst Hofmann in den Abend ein, der von ihm und seinem Stellvertreter Christian Schneider moderiert wurde.


Für ein neues Konzept

Nicht wenige Vereinsvertreter bedauerten erneut, dass die einmalige Chance vergeben wurde, die Sammlung der Werke von Herman de Vries für Haßfurt zu sichern. Das Kulturforum wird sich aber keinesfalls zurückziehen, sondern will frühzeitig Vorschläge für ein neues Konzept einbringen, wie es hieß.
Bürgermeister Günter Werner (FW), selbst Mitglied im Kulturforum, führte aus, dass die Stadt mit potenziellen Fördergebern im Gespräch ist. Die Fördermittel seien zwar nicht mehr in der Höhe zu erwarten, wie es sie für das Vries-Museum gegeben hätte, doch generell dürfe man bei einer kulturellen Nutzung mit guten Zuschüssen rechnen. Die Stadt wolle in absehbarer Zeit eine neue Studie in Auftrag geben. Um eine ständige Ansprechstelle zu haben, ist laut Werner angedacht, das Kulturamt und eventuell die Tourist-Information der Stadt in das Fachwerkhaus einziehen zu lassen. Für die Kunstbildung von Kindern und Jugendlichen stelle sich die Verwaltung vor, eine dauernde personelle Unterstützung zu gewähren, sagte er.


Ideen und Vorschläge

In einem zweistündigen Workshop gingen dann die Vereinsmitglieder die möglichen Nutzungen in dem Fachwerkhaus durch. Im Erdgeschoss soll nach den Vorstellungen des Kulturforums der große Ausstellungsraum erhalten bleiben. Die Umsiedlung der Touristikstelle und eventuell des Kulturamtes wird positiv gesehen.


Gegen ein Museum

Das Kulturforum geht davon aus, dass keine typische Museumseinrichtung mehr zustande kommt. Wechselnde Ausstellungen sollten von herausragender Qualität sein, wurde gefordert. Vorstellen kann man sich beim Kulturforum jedoch auch einen kleineren Raum in den Obergeschossen, in dem jeweils Stücke zur Stadtgeschichte ausgestellt werden. Er könnte dann zu bestimmten Zeiten geöffnet sein.
Zwei interessante Vorschläge kamen zur Sprache. Zum einen sollten Ausstellungen auch am späten Nachmittag oder Abend offen gehalten werden, um Besucher in der Stadt zu halten. Und bei größeren Ausstellungen sollten Räume über die Stadt verteilt genutzt werden so wie die Galerie in der Sparkasse oder das Weinhaus Schaffner. Kunst an verschiedenen Orten - auch das wäre ein Modell für Haßfurt, findet das Kulturforum.
Ein wichtiger Baustein soll die Unterbringung von Atelierräumen werden. Einmal soll es Kurse und Seminare mit Schwerpunkt für Kinder und Jugendliche geben. Dabei will man keine Konkurrenz zu Volkshochschule oder Schulen. Außerdem stellt sich das Kulturforum die zeitweise Nutzung eines Atelierbereiches durch junge Künstler im Studium oder am Anfang ihres Berufsweges vor. Sie sollten mehrere Wochen oder Monate dort arbeiten. Und zum Schluss sollte das entstandene Werk in Haßfurt bleiben, hieß es. Wichtig ist dem Kulturforum, dass das Kunsthaus ständig belebt ist, etwa mit Veranstaltungen.
Sorgen äußerten Mitglieder dahingehend, das Fachwerkhaus könnte irreparabel geschädigt werden, wenn es nicht bald zu einer Sicherung kommt. red