Im bundesweiten Wettbewerb "Jugend musiziert" hat Pianist David Höppner aus Unterneuses mit seiner Duo-Partnerin Julia Hoover (Geige) den ersten Preis gewonnen. Die höchste bundesweite Auszeichnung erhielten die beiden am Pfingstmontag in der Musik- und Kongresshalle Lübeck nahe des Holstentores. Das weltweit beachtete Leuchtturm-Projekt zur Förderung junger Musiker gastierte zum Stadtjubiläum in Lübeck.


Von Julia Goldstein begleitet

Unzählige junge Musiktalente, die heute zum Teil international bekannte Stars sind, debütierten bei diesem Wettbewerb. Den Weg zum Erfolg begleitet seine Klavierlehrerin Julia Goldstein. Unter ihren Schülern finden sich etliche Preisträger des nationalen Jugendwettbewerbes "Jugend musiziert" sowie weiterer nationaler und internationaler Wettbewerbe. Als sie von Altdorf bei Nürnberg nach Stuttgart umzog, folgte David Höppner ihr nach Baden-Württemberg, wo er sich als Landessieger für den Bundeswettbewerb qualifizierte. Einmal in der Woche reist er nach Stuttgart.
In Nürnberg ist er Jugendstudent in der Hochschule für Musik bei Professor Wolfgang Manz. Er lehrt seinem begabten Schüler die sinnliche Schönheit des Klavierklanges durch einen vorbereiteten, kontrollierten Tastenandruck zu entdecken, wegzukommen von dem immer noch verbreiteten Image eines Schlaginstrumentes, traditionell suggeriert durch das unglückliche Wort Anschlag.
"Klavierspielen ist weit mehr, als nur die richtigen Tasten zu finden und anzuschlagen. Mal leise, mal belebt - das Klavier bietet viele Möglichkeiten der Ausdrucksweise", nennt der Bundespreisträger von "Jugend musiziert" einen der Gründe, warum er so gern in die Tasten greift und auch des Übens nicht überdrüssig wird.


Anfänge beim Gartenbauverein

Angefangen hat alles bei einer Weihnachtsfeier des Obst- und Gartenbauvereins in Unterneuses. "David sollte als Vierjähriger ein Gedicht vortragen, wollte aber unbedingt etwas vorspielen", erinnerte sich Mutter Theresia. "Und dann wollte er immer mehr Musik." Mit Fünf erhielt er den ersten Klavierunterricht bei Christian Reissinger vom Bildungsinstitut für Musik und Musiktheater, der ihm in Prächting die Grundlagen beibrachte. In der Schüler-Musikklasse der Pater-Lunkenbein-Schule erlernte David das Trompete spielen. Im Kreisjugendchor Bamberg ist er als Tenor und als Pianist vertreten. Seine Auftritte reichen von Lichtenfels über Coburg nach Nürnberg und Stuttgart. Im Kaisersaal in Kloster Banz, im Spiegelsaal der Ehrenburg, im Stadtschloss in Lichtenfels oder im Landestheater in Coburg ist er ein gefragter Pianist. Die klassischen Komponisten liegen ihm besonders, vor allem Schubert, Bach oder Beethoven. Aber auch Chopin hat es ihm angetan. Nur von zeitgenössischer Pop-Musik will er nichts wissen.
Seine Zukunft sieht David Höppner auch als Korrepititor - ein Pianist, der bei Proben die Rolle des Orchesters einnimmt, wenn zum Beispiel Sänger oder Tänzer einer Oper ein Stück einüben. Er würde sich auch freuen, wenn er als Dirigent arbeiten könnte. Und trotz der vielen Engagements und der unzähligen Übungsstunden kommt die Schule nicht zu kurz.
Nebenbei hat er den Führerschein gemacht. Begleitet zu fahren, bis er am 13. September 18 wird, macht ihm Spaß, und so lässt er auch die Mutter nicht ans Steuer, als sie nach Lübeck zum Bundeswettbewerb reisen. Es ist nicht das erste Mal, dass der 17-Jährige daran teilnimmt. Vor zwei Jahren reichte es aber nur zu Platz zwei. Er spielte ein Duo zusammen mit einer Oboistin. Diesmal gelang ihm der Sieg.