Betrifft Leserbrief von Werner Eberth, "Breitenbach hatte recht mit seiner Kritik an der Scheinheiligkeit der Kirche": Lieber Herr Eberth,

ihre Meinung zum Tod von Pfarrer Roland Breitenbach kann in zwei Punkten nicht so stehen bleiben. Zum einen führen sie an, er habe im sozialen Bereich Großes geleistet, schreiben aber im nächsten Satz, "es wäre besser gewesen, Gutes zu tun und nicht darüber zu schreiben". Wenn sie sich nur etwas mit dem Werk von Pfarrer Breitenbach befasst hätten, könnten sie einen solchen Satz kaum zu Papier bringen. Zum anderen schreiben sie, "mich hat allerdings auf Dauer seine scharfe Kritik jahraus, jahrein (...) abgestoßen".

Nun, die kritisierten Verhältnisse in der Amtskirche haben sich auch in all den Jahren nicht wesentlich geändert, teilweise sogar verschlechtert. Mit Pfarrer Breitenbach ist nicht nur ein Kritiker gestorben, sondern auch jemand der aufgezeigt hat, wie es in der Kirche besser werden könnte. Sein Eintreten für mehr christliche Nächstenliebe - übrigens der Tenor der meisten Ortsgespräche - bleibt beispielhaft. Ist das abstoßend?

Heinz Steidle, Bad Kissingen