Im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung "Was bleibt." in der Petrikirche wird am morgigen Donnerstag um 18 Uhr Rüdiger Baumann das kleine Theaterstück "Das Ich ist verreist" aufführen. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit Ute Morath von der Fachklinik in Stadtsteinach.
Was ist das Ich? Wer kann darauf eine gültige Antwort geben? Neurologen? Psychologen? Es gibt noch viele offene Fragen, aber unzweifelhaft scheint, dass Erinnerungen einen wesentlichen Anteil haben an der Formung des Ichs. Ereignisse - gute und schmerzliche - haben es geprägt. Sogar die elementarsten Dinge wurden irgendwann erlernt. Wo lebe ich? Was ist eine Socke? Was ist ein Brot?
In dem circa 30-minütigen Stück "Das Ich ist verreist" wird ein Individuum von zwei Schauspielern dargestellt. Der eine repräsentiert den Sammler, der Eindrücke und Erlebnisse "erntet". Diese Erinnerungen müssen sauber abgelegt werden, damit der Mensch sie (und sich) wiederfindet. Das ist die Aufgabe des Ordners. Doch der stellt eines Tages seine Arbeit ein. Neues wird nicht mehr aufbewahrt. Der dramatische Fortgang der Demenz beginnt, wenn der Ordner eine Reise mit unbekanntem Ziel vorbereitet, zu der er wertvolles Gepäck mit sich nimmt: Erinnerungen. Mit ihnen verschwinden wesentliche Teile des Ichs mehr und mehr.
"Das Ich ist verreist" ist ein besonders bildhafter und berührender Einstieg ins Thema Alzheimer. red