22 Jahre lang war Thorsten J. Schmidtke das Gesicht der Jungen Union (JU) in Altenkunstadt. Mit 15 Jahren, einem Alter, in dem andere Jugendliche noch überhaupt keinen Gedanken an Politik verschwenden, erweckte er 1995 den Ortsverband der CSU-Jugendorganisation aus einem sechsjährigen Dornröschenschlaf.
"Wir starteten mit weniger als zehn Mitgliedern und steigerten uns im Verlaufe der Zeit auf über 40. Wir waren zeitweise einer der aktivsten JU-Verbände im Landkreis Lichtenfels und einer der ersten mit eigener Internetpräsenz", blickte er im Gespräch mit dieser Zeitung auf seine Zeit bei der JU zurück. Auch nach Erreichen der Altersgrenze von 35 Jahren war Schmidtke der treibende Motor bei der Fusion der JU-Ortsverbände Alten- und Burgkunstadt sowie Weismain zur JU Kunstadt-Jura. "Ich wollte meinem Nachfolger Max Böhling nichts Unfertiges übergeben", betonte der Jubilar bei einem Ehrungsabend der JU im "Fränkischen Hof" in Baiersdorf.
MdL Manfred Ländner aus Würzburg, Vorsitzender des Innenausschusses des Landtages, würdigte die kontinuierliche und langjährige Arbeit Schmidtkes, der im Altenkunstadter Ortsteil Prügel wohnt. "Unsere Gesellschaft braucht solche engagierten Menschen, die in politischen Verbänden und Jugendorganisationen, Stadt- und Gemeinderäten Verantwortung zum Wohle aller übernehmen", sagte der Gast, der auch stellvertretender Landesvorsitzender des CSU-Arbeitskreises Polizei und Innere Sicherheit ist. Den Laudator hatte man mit Bedacht gewählt: Der Christsoziale aus Unterfranken ist ebenso wie Schmidtke von Beruf Polizist. Beiden ist die innere Sicherheit ein Herzensanliegen. Zudem hob er hervor, dass Schmidtke sich bereits sehr früh in der Politik engagiert habe.
"Einen konkreten Auslöser gab es nicht. Ich hatte das Bedürfnis, aktiv mitzugestalten und nicht alle Gegebenheiten hinzunehmen", sagte der heute 38-Jährige, der für die Jungen Bürger (JB) im Gemeinderat von Altenkunstadt sitzt.
Seine politische Heimat fand er in der CSU und ihrer Jugendorganisation, weil beide für ihn nach eigener Aussage "ein konservatives, aber zugleich auch innovatives Profil besitzen". "Sie stehen für Laptop und Lederhose", zitierte er den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog.
Welche Erinnerungen verbindet Schmidtke mit seiner Zeit bei der Altenkunstadter JU, deren Geschicke er zwischen 1995 bis 2017 mit einer kurzen Unterbrechung in den Jahren 2004 bis 2009, lenkte? "Es waren die vielen persönlichen Entwicklungen, aber auch Schicksale von Parteifreunden, an die man sich erinnert. Mein Vorgänger als JU-Vorsitzender, Georg Vonbrunn, trat 1996 gegen den CSU-Bürgermeister Eugen Braun an und gewann die Wahl. Inzwischen sind beide schon Altbürgermeister."
In dieser Zeit habe die JU viel bewegt und erreicht. Schmidtke hob die Einführung des Fifty-Fifty-Taxis hervor. Vorsitzender Max Böhling von der JU Kunstadt-Jura, der gemeinsam mit JU-Kreisvorsitzenden Holger Then das langjährige Engagement Schmidtkes lobte, nannte als weiteres Beispiel die Podiumsdiskussion zum Ärztemangel im ländlichen Raum in der Kordigasthalle im Jahre 2010.
Wie sieht Schmidtke seine politische Zukunft? Kann er sich höhere politische Weihen vorstellen? Ein Berufsmandat schließt der Christsoziale aus Prügel nicht aus. Zugleich stellte er aber auch klar: "Wirklich Gedanken werde ich mir erst dann darüber machen, wenn sich eine Chance anbietet. Schließlich weiß man nie, wie sich der persönliche Weg in Jahren oder gar Jahrzehnten entwickelt."
Die Teilnehmer des Ehrungsabends, darunter auch MdL Jürgen Baumgärtner, nutzten die Anwesenheit Ländners zu einer regen Diskussion über landespolitische Themen.