Was passiert, wenn eine gesamte Schiffsbesatzung mit ihren Passagieren Schiffbruch erleidet und ums nackte Überleben kämpfen muss? Welche Grenzen darf man überschreiten, um das eigene Leben zu sichern? Dieses dramatische Szenario schildert der österreichische Schriftsteller Franzobel in seinem Roman "Das Floß der Medusa".
Andrea Bartl, Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bamberg, konnte den preisgekrönten Autor für die Reihe "Literatur in der Universität" zu einer öffentlichen Lesung am Donnerstag, 26. April, um 20.15 Uhr im Hörsaal U2/00.25, An der Universität 2, gewinnen. Der Eintritt ist frei.
1816 trieben wegen mangelnder Rettungsboote 147 Schiffbrüchige der französischen Fregatte "Méduse" tagelang ohne Nahrung und Wasser auf einem Floß vor der Westafrikanischen Küste. 15 überlebten - nicht zuletzt durch Kannibalismus. Drei Jahre später setzte Théodore Géricault der Tragödie ein malerisches Denkmal. Franzobel hat die historisch belegte Geschichte nun literarisch aufgearbeitet und reiht sich damit in die Tradition großer Schiffbrucherzählungen wie Daniel Defoes "Robinson Crusoe" ein. Die Frage, was Moral und Zivilisation beim Kampf ums schiere Überleben noch bedeuten, durchzieht "Das Floß der Medusa" und nähert sich so dem Kern des Menschlichen. red