Nach den durchweg positiven Erfahrungen mit dem deutschlandweit einzigartigen Integrationsprojekt für junge Flüchtlinge geht im September 2018 die dritte "1+3"-Fachklasse an der Staatlichen Berufsschule I Coburg sowie die erste Fachklasse an der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels an den Start. Zusätzlich zu Metall- und Elektroberufen können dann Jugendliche mit Fluchthintergrund erstmals im Rahmen des Pilotmodells als Fachlageristen ausgebildet werden.


"Hervorragend gut"

Ein guter Grund für IHK-Präsident Friedrich Herdan, das Modellprojekt zur schnelleren Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Gesellschaft im Rahmen der ersten Bayerischen Integrationskonferenz unter Leitung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vorzustellen. "Wichtige Voraussetzungen für unsere nachhaltige Integration mit dem Projekt ,1+3‘ sind das Beherrschen der deutschen Sprache und ein Arbeitsplatz. Beides ist untrennbar miteinander verbunden", betont Herdan in München. "Das Projekt läuft in Coburg ... hervorragend gut."
Der Erfolg aus Coburg überzeugt einer Pressemitteilung zufolge das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und den Bayerischen Industrie- und Handelskammertag (BIHK).
BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen will deshalb das Projekt gemeinsam mit den neun bayerischen IHKs in Bayern flächendeckend umsetzen. "Das Coburger Modell hat hohes Potenzial zur Integration von Geflüchteten mit guter Bleibeperspektive und ist Best-Practice-Beispiel für das überzeugende Engagement der bayerischen Wirtschaft in dieser Frage", betont Driessen.
Das Besondere an "1+3" ist, dass von Anfang an Spracherwerb und Berufsausbildung durch Besuch der Berufsschule und Ausbildung im Betrieb parallel erfolgen. Hierdurch verlängert sich zwar die Berufsausbildung insgesamt um ein Jahr, dennoch stehen die jungen Leute dem Arbeitsmarkt als qualifizierte Fachkräfte früher zur Verfügung als durch in Bayern übliche Modelle mit vorgeschalteter zweijähriger Integrations- und Sprachschulung.
Durch Zahlung einer Ausbildungsvergütung wird den Geflüchteten selbstbestimmtes Leben ermöglicht. red