Bernhard Panzer Die Leute sind zurückhaltender geworden, die Besucherzahlen im Freibad sind bei Weitem nicht so hoch wie sie, trotz der Einschränkungen durch Corona, sein dürften. Auch deshalb haben sich die Verantwortlichen für die Herzogenauracher Bäder entschlossen, das Freizeitbad Atlantis jetzt nicht zusätzlich zu öffnen.

In diesen Zeiten zwei Bäder gleichzeitig zu betreiben wäre wirtschaftlich nicht darstellbar, erläutert Bäderchef Patrick Geiger im FT-Gespräch. Am kommenden Freitag hätte das Atlantis wieder öffnen sollen. Jetzt wird es der 16. September werden, also fast zwei Monate später.

Dabei steht das Bad bereit, selbst der Spuckschutz an den Kassen ist montiert. "Wir müssten nur noch die Markierungen auf dem Boden ankleben", sagt Geiger. Denn das Hygienekonzept steht seit Mitte Juni. Am Tag, nachdem die bayerische Staatsregierung den Hallenbäder wieder erlaubte zu öffnen, hatte der Bäderchef auf mehreren Seiten ausgearbeitet, wie das Atlantis die Erfordernisse umsetzt. Seitens des Gesundheitsamts sei alles okay gewesen.

Es sind also keine hygienischen oder technischen Gründe, die die Verantwortlichen zu dem Schritt bewogen haben.

Trotzdem werden in einer Pressemitteilung auch gesundheitliche Gründe angeführt. Das ist in erster Linie der Vorsicht geschuldet. Denn letztlich wisse man ja nicht, wie sich die Aerosole innerhalb einer Halle auswirken. Und im Rutschenturm den erforderlichen Abstand einzuhalten, würde auch kaum funktionieren.

Enorme Einbußen

Vor allem aber sind es wirtschaftliche Gründe. Denn "die gleichzeitige Öffnung von Freibad und Atlantis wäre kaum umsetzbar", berichtet Geiger, "und würde für die Herzo Bäder- und Verkehrs-GmbH enorme wirtschaftliche Einbußen bedeuten." Und weiter: "Darum ist es sinnvoll, den Badebetrieb im Atlantis nach Ende der Freibadsaison zu starten, so dass zu jeder Zeit eine Gelegenheit zum Schwimmen gegeben ist."

Denn man sei bestrebt, den schwimmbegeisterten Bürgern auch in Coronazeiten täglich die Möglichkeit zu geben, ihrem Hobby zu frönen. Deshalb sei das Herzogenauracher Freibad auch eines der ersten gewesen, das bereits am 8. Juni öffnete.

Allerdings haben sich die Besucherzahlen nicht zufriedenstellend entwickelt. Verständlicherweise, so Geiger, seien die Bürger trotz fallender Infektionszahlen sehr vorsichtig und verhalten. So waren es laut Geiger durchschnittlich täglich nur 300 Gäste, die den Weg ins Bad gefunden haben. Die Vergleichszahl des Sommers 2019 liegt bei 1600 Personen. Und auch zu Coronazeiten wären zeitgleich durchaus 1050 Besucher im Freibad zulässig - eine Zahl, von der man weit entfernt ist.

Deshalb habe sich die Herzo Bäder- und Verkehrs- GmbH "nach eingehenden Beratungen und intensiven Überlegungen entschlossen, mit der Öffnung des Atlantis bis zum 16. September zu warten." Die Umsetzung des umfangreichen Hygienekonzepts bedürfte außerdem eines hohen Personal- und Kostenaufwandes. Um eine gefahrenlose Nutzung zu gewährleisten, so heißt es in der Pressemitteilung weiter, müssten vor allem die großen Bereiche mit Sport- und Spaßangeboten im Freizeitbad regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden.

Die Stammgäste im Freibad seien freilich trotzdem da. Das Freibad zu schließen und stattdessen das Atlantis zu öffnen, das komme selbstverständlich nicht in Frage.

Neue Fliesen

Die Schließzeit im Atlantis sei auch genutzt worden, um wesentliche Renovierungen sowie die jährliche Revision umzusetzen, berichtet Patrick Geiger. Unter anderem sind in einem Bereich neue Fliesen verlegt worden. Bisher war dort noch der erste Belag aus der Zeit der Eröffnung vor gut dreißig Jahren. Außerdem wolle man eine größere Maßnahme noch heuer durchziehen - die Sanierung des Außenschwimmbeckens. Dort soll ein Edelstahlbecken die bisherige Anlage ersetzen. In den kommenden Tagen sollen die Ausschreibungen verschickt werden, die Bauarbeiten sollen noch heuer über die Bühne gehen. Denn im nächsten Jahr wolle man keine erneute Schließung mehr.

Bis zum 16. September hat das Atlantis jedenfalls geschlossen. Und mit ihm die Sauna und die Gastronomie. "Wir haben das ausführlich bewertet", sagt der Bäderchef. Und auch Erfahrungen anderer Bäder eingeholt Alleine steht Herzogenaurach damit nicht. Auch das Bambados in Bamberg will, wie es auf seiner Homepage steht, erst wieder Mitte September öffnen.